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Kleine Ode an die Traun, meinen Lebensfluss · A short ode to the Traun, the river of my life

Kleine Ode an die Traun, meinen Lebensfluss · A short ode to the Traun, the river of my life

Kleine, aber längst fällige Ode an die Traun, meinen Lebensfluss (klingt pathetisch, ist es aber nicht) und eine frühmorgendliche Erkenntnis, warum ich so lange schon und so beständig (fast zwanghaft?) fotografiere. Langwies | AT · 2010–2026 (© PP · # 3823 · www.ewigesarchiv.at) Ich bin neben dem Fluss Traun in Langwies, etwa 5 km von Ebensee Richtung Bad Ischl entfernt, aufgewachsen. Als ich Kind war, hat mich meine Mutter immer wieder beauftragt: „Geh’ bring den Mist zur Traun!“ Ich habe dann den Mistkübel genommen, bin auf die Traunbrücke gegangen, habe den Inhalt übers Geländer in den Fluss geleert und dem Richtung Ebensee treibenden Abfall nachgeschaut. Das war üblich, das haben vermutlich viele andere auch gemacht. Woran ich mich noch sehr gut erinnere: Immer wieder fanden wir Kinder beim Baden angeschwemmte Kieferknochen von Schweinen und Rindern und andere Knochen, die vom Schlachthof in Bad Ischl stammten. Viele Erinnerungen, viel zu viele, um sie hier in diesen Text zu packen. Ich denke immer wieder darüber nach, wie unglaublich großartig es ist, dass hier so viel Trinkwasser vorbeifließt, dass ich mich, wenns allzu heiß ist, hineinsetzen, an bestimmten Stellen über den Fluss schwimmen kann, daran, wie wir Kinder uns auf aufgeblasenen LKW-Reifen hinuntertrieben ließen.

Warum ich fotografiere? Ich fotografiere, um mich in meinem Leben zumindest ansatzweise orientieren zu können.

A brief but long-overdue ode to the Traun, the river of my life (sounds a bit melodramatic, but it isn’t), and an early-morning realisation of why I’ve been taking photographs for so long and so consistently (almost compulsively?). Langwies | AT · 2010–2026 (© PP · # 3823 · www.ewigesarchiv.at) I grew up beside the River Traun in Langwies, about 5 km from Ebensee towards Bad Ischl. When I was a child, my mother would often tell me: ‘Go and take the rubbish to the Traun!’ I’d then take the rubbish bin, walk onto the Traun bridge, tip the contents over the railing into the river and watch the rubbish drift towards Ebensee. That was the norm; I suppose lots of other people did the same. What I still remember very clearly is that, time and again, we children would find pig and cattle jawbones and other bones washed up whilst we were swimming – bones that came from the abattoir in Bad Ischl. So many memories – far too many to fit into this text. I keep thinking about how incredibly wonderful it is that so much drinking water flows past here, that when it gets too hot I can sit in it and, at certain spots, swim across the river; and about how we children used to let ourselves drift downstream on inflated lorry tyres.

Why do I take photographs? I take photographs so that I can, at least to some extent, find my bearings in life.

 

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Kleine Ode an die Traun, meinen Lebensfluss · A short ode to the Traun, the river of my life

Kleine Ode an die Traun, meinen Lebensfluss · A short ode to the Traun, the river of my life

Kleine, aber längst fällige Ode an die Traun, meinen Lebensfluss (klingt pathetisch, ist es aber nicht) und eine frühmorgendliche Erkenntnis, warum ich so lange schon und so beständig (fast zwanghaft?) fotografiere. Langwies | AT · 2010–2026 (© PP · # 3823 · www.ewigesarchiv.at) Ich bin... mehr lesen

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Kategorie:category: Ewiges ArchivEternal Archives
Zeit:time: 20102010, 20262026
Ort:location: ATAT, LangwiesLangwies
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