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Sich einem Künstler verpflichtet fühlen · Feeling committed to an artist

Sich einem Künstler verpflichtet fühlen · Feeling committed to an artist

King Kolig. Sich einem Künstler – nämlich Cornelius Kolig – und einem unglaublich umfangreichen und komplexen Werk „verpflichtet“ fühlen. Damtschach, Villach, Vorderberg | AT · 1980er–2019 (© PP · # 3640 · www.ewigesarchiv.at) Ich habe (fast) ein schlechtes Gewissen, weil ich jetzt einige Monate keine Tableaux, keine Videos, keine Kurztexte zum „Paradies“ von Cornelius Kolig in Vorderberg in Kärnten zusammengestellt habe. Ich war mit anderem selbstbeschäftigt – ua. steht die Premiere meines Videos über Person und Werk der Künstlerin Meina Schellander am 4. Dezember 2025 um 18 Uhr in der Secession bevor. Vor einigen Tagen war eine Studierende der Angewandten bei mir im Studio, die an einer Masterarbeit über die Künstlerin Martha Jungwirth schreibt und sich bei mir Fotos und Filme anschauen wollte, die ich in den 1970-er Jahren aufgenommen hatte, als sie Assistentin war von Prof. Oswald Oberhuber in der Meisterklasse war, in der ich studiert habe. Ich wünsche mir, dass sich Studierende, Kunsthistoriker*innen, Forscher*innen, in weitem Sinne an Kunst Interessierte, dass sich Politiker*innen und an alle, die sich für die schönen und schrecklichen Aspekten unserer Existenz interessieren, sich mit dem Werk von Cornelius Kolig auseinandersetzen. Das „Paradies“ von Cornelius Kolig ist ein exzeptionelles, äußerst umfangreiches künstlerisches Gesamtprojekt, das nicht nur in der zeitgenössischen österreichischen Kunst solitär ist. Es ist unumgänglich, alle Schritte zu unternehmen, den Erhalt der Anlage zu gewährleisten und sicherzustellen, dass dieses im Laufe vieler Jahrzehnte entstandene Werk entsprechend bewahrt wird  und ein Besuch für künftige Generationen möglich ist.

In diesem Zusammenhang sei verwiesen auf die „Häuser für die Skulpturen“ von Walter Pichler in St. Martin im Burgenland, die allerdings nur schwer zugänglich sind, auf die Chinati Foundation, welche das von Donald Judd gegründete Kunstmuseum in Marfa, Texas, betreut (https://chinati.org), auf das Projekt Spiral Jetty von Robert Smithson aus dem Jahr 1970 und auf die großangelegte „Closerie Falbala“ von Jean Dubuffet (https://www.dubuffetfondation.com), um nur einige Beispiele zu nennen.

Ich lernte Cornelius Kolig im Jahr 1981 kennen, traf ihn erstmals in seinem damaligen Atelier in St. Martin bei Villach (Foto li. ob.). Viele Male besuchte ich im Sommer und im Winter Cornelius und seine Frau Doris Kolig in Vorderberg im Gailtal in der Nähe von Hermagor, bin mit Cornelius durch sein „Paradies“ gegangen, habe neue Objekte und Installationen gesehen und auch verfolgen können, wie sich die Anlage und die Werke verändern und erweitern. Kolig ist im November 2022 verstorben und es wird nicht mehr, nie mehr möglich sein, mit ihm diese Rundgänge zu machen, mit ihm über seine Arbeit zu sprechen, ihn zu hören, wie er über seine Objekte, sein Werk, seine Intention spricht. 

In der Bilddatenbank des Ewigen Archives sind mehr als 8.738 Fotos und Videos gespeichert, ich habe zwei Video-Dokumentationen über Person und Werk produziert, mehr als 200 Tableaux erstellt und auf der Website des Ewigen Archivs veröffentlicht, die Sammlung des Ewigen Archives beinhaltet auch eine Reihe von Bildern, Objekten und Zeichnungen von Cornelius Kolig.

Von Zeit zu Zeit denke ich mir, dass es für mich völlig unmöglich ist, auch nur ansatzweise das umfangreiche Werk von Cornelius Kolig adäquat darzustellen. Nicht, dass ich von irgendjemandem einen Auftrag dazu hätte – aber oft denke ich daran, dass jetzt, wo der Künstler verstorben ist, er niemals mehr selbst durch die weitläufige Anlage führen und zu einigen der mehr als 400 Objekte und Installationen sprechen wird können. Ich bin sehr froh, dass ich noch im Juni 2022 eine Führung mit einem kleinen Team filmen konnte – aber ich wünschte, ich hätte noch viel, viel mehr aufgezeichnet. Aber weil ich Cornelius Kolig seit 1981 kannte, sein Werk ungemein schätze und immer noch völlig fassungslos bin, wie riesig seine Hinterlassenschaft ist, fühle ich eine gewisse Verpflichtung in mir, zumindest zu versuchen, das, was ich im Laufe von mehr als 40 Jahren fotografiert, gefilmt, dokumentiert und in zahlreichen Begegnungen und Gesprächen erfahren habe, möglichst anschaulich zusammenzufassen und weiterzugeben.

„Die Bloßlegung und Verstärkung des Sinnlichen und damit Vermittelbaren des Lebens, seiner Schönheit und seiner Schrecken, von Wollust und Ekel, von Liebe, Gewalt, Krankheit, Leid, Tod, berauschter Existenzergriffenheit, des Stoffwechsels, der Farben, des Gestankes, der Wohlgerüche, des Tastens, der Freuden des Schmeckens und des Hörens . . . ist Inhalt des „Paradies“-Projektes.“

aus: Cornelius Kolig, Das Paradies. Die Bedienungsanleitung. Ritter Klagenfurt, Wien 2013

Gr. Foto links: PP mit einer gebastelten Papierkrone mit der Aufschrift „King Kolig“, 1980er Jahre, Damtschach

Gr. Foto re. oben: PP vor dem Tableau „Weltrekord für Fäkalkunst“, das auf die infamen Angriffe und Kampagne 1998 auf Cornelius Kolig durch die FPÖ unter Jörg Haider gemeinsam mit der Kronen Zeitung Bezug nimmt, in der Kolig als „Fäkalkünstler“ denunziert wurde, worauf der Künstler Herwig Turk und ich gemeinsam mit anderen Künstler*innen eine Solidaritätsaktion begonnen haben.

Gr. Foto re. unten: PP mit Cornelius Kolig bei einer Reihe von Tableaux über das Paradies in Vorderberg, Galerie Freihausgasse, 2019

King Kolig. Feeling ‘committed’ to an artist – namely Cornelius Kolig – and an incredibly extensive and complex body of work. Damtschach, Villach, Vorderberg | AT · 1980s–2019 (© PP · # 3640 · www.ewigesarchiv.at) I feel (almost) guilty because I haven’t compiled any tableaux, videos or short texts on Cornelius Kolig’s ‘Paradise’ in Vorderberg in Carinthia for several months now. I’ve been busy with other things – among other things, the premiere of my video about the artist Meina Schellander and her work is coming up on 4 December 2025 at 6 p.m. at the Secession. A few days ago, a student from the University of Applied Arts visited my studio. She is writing a master’s thesis on the artist Martha Jungwirth and wanted to look at photos and films I had taken in the 1970s when she was an assistant to Prof. Oswald Oberhuber in the master class where I studied. I hope that students, art historians, researchers, anyone with a broad interest in art, politicians and anyone interested in the beautiful and terrible aspects of our existence will engage with the work of Cornelius Kolig. Cornelius Kolig’s ‘Paradise’ is an exceptional, extremely comprehensive artistic project that is unique not only in contemporary Austrian art. It is essential to take all necessary steps to ensure the preservation of the complex and to guarantee that this work, which has been created over many decades, is properly preserved and can be visited by future generations.

In this context, reference should be made to Walter Pichler’s ‘Houses for Sculptures’ in St. Martin in Burgenland, which are, however, difficult to access, to the Chinati Foundation, which manages the art museum founded by Donald Judd in Marfa, Texas (https://chinati.org), Robert Smithson’s 1970 project Spiral Jetty, and Jean Dubuffet’s large-scale ‘Closerie Falbala’ (https://www.dubuffetfondation.com), to name just a few examples.

I met Cornelius Kolig in 1981, first encountering him in his studio in St. Martin near Villach (photo left above). I visited Cornelius and his wife Doris Kolig many times in summer and winter in Vorderberg in the Gailtal valley near Hermagor, walked through Cornelius’s ‘paradise’ with him, saw new objects and installations, and was also able to follow how the complex and the works changed and expanded. Kolig passed away in November 2022, and it will no longer be possible to take these tours with him, to talk to him about his work, to hear him talk about his objects, his work, his intentions.

The image database of the Eternal Archive contains more than 8,738 photos and videos. I have produced two video documentaries about the person and his work, created more than 200 tableaux and published them on the Eternal Archive website. The Eternal Archive collection also includes a series of pictures, objects and drawings by Cornelius Kolig.

From time to time, I think to myself that it is completely impossible for me to even begin to adequately represent Cornelius Kolig’s extensive work. Not that I have been commissioned to do so by anyone – but I often think that now that the artist has passed away, he will never again be able to guide visitors through the extensive grounds and talk about some of the more than 400 objects and installations. I am very glad that I was able to film a guided tour with a small team in June 2022 – but I wish I had recorded much, much more. However, because I knew Cornelius Kolig since 1981, greatly admire his work and am still completely stunned by the enormity of his legacy, I feel a certain obligation to to at least try to summarise and pass on as vividly as possible what I have photographed, filmed, documented and experienced in numerous encounters and conversations over the course of more than 40 years.

„The exposure and amplification of the sensual and thus communicable aspects of life, its beauty and its horrors, of lust and disgust, of love, violence, illness, suffering, death, intoxicated existentialism, metabolism, colours, stench, fragrances, touch, the joys of taste and hearing . . . is the content of the “Paradise” project.“

From: Cornelius Kolig, Das Paradies. Die Bedienungsanleitung. Ritter Klagenfurt, Vienna 2013

Large photo left: PP with a handmade paper crown bearing the inscription ‘King Kolig’, 1980s, Damtschach

Large photo top right: PP in front of the tableau ‘Weltrekord für Fäkalkunst’ (World Record for Faecal Art), which refers to the infamous attacks and campaign against Cornelius Kolig in 1998 by the FPÖ under Jörg Haider together with the Kronen Zeitung, in which Kolig was denounced as a ‘faecal artist’, whereupon the artist Herwig Turk and I, together with other artists, started a solidarity campaign.

Large photo, bottom right: PP with Cornelius Kolig in front of a series of tableaux about paradise in Vorderberg, Galerie Freihausgasse, 2019

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