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Ein Totenschiffchen für Bruno Gironcoli bauen · Building a funeral boat for Bruno Gironcoli

Ein Totenschiffchen für Bruno Gironcoli bauen · Building a funeral boat for Bruno Gironcoli

Ein Totenschiffchen aus Muscat-Kürbis für Bruno Gironcoli bauen und zeichnen. Wien | AT · 2010–2024 (Portrait B. Gironcoli Ausstellungsansicht Albertina; © PP · # 3704 · www.ewigesarchiv.at) Bruno Gironcoli selbst bin ich nur einmal flüchtig und frühmorgens in Damtschach bei Villach begegnet, als er mit Felix Orsini-Rosenberg, unserem Vermieter durch den Hof ging. Seine Arbeiten hatten mich jedenfalls schon beeindruckt und beschäftigt in ihrer unnahbaren Eigensinnigkeit, als ich 1977 seine Personale im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien, im „20-er Haus“ sah. Als er 2010 starb, machte ich aus Abschnitten von einem fetten Muscat-Kürbis und „goldenen“ Weihnachtskerzen, die ich irgendwo in einer Schachtel gefunden hatte, zwei „Totenschiffchen“ und zeichnete sie auf altem „Hadernpapier“ mit Ölpastellkreiden: „Nochmals Danke + Gute Reise im Muscat-Kürbis-Schiffchen – Bruno Gironcoli“, 23. 2. 2010

Die Sammlung Ewiges Archiv beinhaltet eine Reihe von Siebdrucken von Bruno Gironcoli.

Bilderstreifen rechts:

Portrait Bruno Gironcoli, Ausstellungsansicht Albertina, 2024

Bruno Gironcoli, Teller mit Kornähren, 2008, Aluminium, Albertina Wien

Bruno Gironcoli, (Villach 1936-2010 Wien) Scharnierkette und zwei Handflieger, signiert: B. Gironcoli, nummeriert: II/XV, 1972, Siebdruck auf goldfarben beschichtetem Karton, Passepartout-Ausschnitt ca. 40,5 x 58,5 cm, herausgegeben von der Galerie Grünangergasse, Wien, verglast, gerahmt. Sammlung Ewiges Archiv

Bruno Gironcoli, Hundederby, Siebdruck auf Papier, undat., signiert re. unten, 50 x 66 cm

Ersteigert bei Charity-Auktion zugunsten artist for children, Kinderhilfe Libanon. Sammlung Ewiges Archiv

Zitate zu und von Bruno Gironcoli:

Es war eigentlich ein Pflanzengehege, was er mit uns Studenten gemacht hat. 

Einen sensibleren Unterricht kann es kaum geben...

Franz West

Zweimal Gironcoli. Er tritt auf die Nerven, er ist so langsam, dass man ermüdet. Man glaubt, er kann nicht bis fünf zählen, dabei hat er es dick hinter den Ohren. Aber man hat ihn auch lieb, man möchte ihn nicht verlieren oder ihn verschwinden sehen...

Oswald Oberhuber

Es scheint für die Bildhauerei die Frage von Rücksichtslosigkeit zu existieren anstatt Sozialdenken, Vermögen zur eigenen Vorstellung von Bildhauerei zu üben. Sie ist die entwickelte Absicherung zurückgestellter Bereiche, an ihren vorhergehenden und gleichenden Motiven geschult, die sich in dieser Form der totalen, verwalteten Erfassung durch ihre Gesellschaft entziehen. Diese Umwandlung ist aber auch zurückgenommene Aggression, sozusagen dort, wo Vernunft bewahrend vortritt. Gleichzeitig könnten das zu verbindende Motive Sein: eine Suche nach eigenen Schönheitsbegriffen und weiters Aggression. Beide zusammen sind Motor, sie geben dieser Arbeit immer wieder die Anarchie, abhebend, nicht unmittelbar darin Dienstleistung zu werden. Romantisch in seinem Anachronismus spiegelt das bildhauerische Werkstück - selbst unabhängig, aber immer wieder zugeführt - den Menschen, der sich in ihm versenkt wie Wiedergeburt, wie Brücke, der Wunsch, eine Sprache über das bildhauerische Werkstück wiederzugewinnen. Also glaubt er nur an seine Utopien! In der Erstellung dieser Figuren, diesem manchmal lächerlichem Stückgut, liegt die Strategie, die Dinge der Bedrängung und des unverständlichen Erfasstwerdens abzuwehren. Aufarbeiten - das meint den wiederholenden Vorgang, aus den dem rationellen und geschichtlichen Rahmen Gebrachtes, Gelebtes, aber wie es scheint Nutzloses, in Harmonien zu binden.

So wird diese Bildhauerei im Widerspiel zur Welt der Ort, diese daraus resultierenden Ängste der Begreifbarkeit festzulegen.

Man möchte meinen, es ginge also in dieser Sache heute nicht um die Skulptur im Allgemeinen, sondern um die Skulptur, die der Markt durchsetzt.

Es geht um die Reduzierung des Angebotes an Weltmodellen. Es geht zuungunsten der Erfassung menschlicher Möglichkeiten, damit verlieren die sich durchsetzenden Modelle auch ihre Toleranz. Der Bildhauer hat keinen Auftraggeber - so ist diese lähmende Situation in Modellen zu überschreiten, ihr Vakuum wird Sehnsucht und Ohnmacht.

Dagegen steht das in seiner Fülle nicht erfassbare und in fortwährender Auflehnung begriffene Kunstwerk. Jede Sprache hat ihre Optik und dort liegt der verwirrende Irrtum dieser demokratisch gemeinten Idee, jeder sei Künstler, wo doch in der arbeitsteiligen Gesellschaft diese humanistische Hoffnung ihren Sinn verliert.

Bruno Gironcoli

Building and drawing a funerary boat made of Muscat pumpkin for Bruno Gironcoli. Vienna | AT · 2010–2024 (Portrait B. Gironcoli, exhibition view Albertina; © PP · # 3704 · www.ewigesarchiv.at) I only met Bruno Gironcoli once, briefly and early in the morning in Damtschach near Villach, when he was walking through the courtyard with Felix Orsini-Rosenberg, our landlord. His work, in any case, had already impressed and preoccupied me with its unapproachable idiosyncrasy when I saw his solo exhibition in 1977 at the Museum of the 20th Century in Vienna, in the „20er Haus“. When he died in 2010, I made two „death boats“ from sections of a large Muscat pumpkin and „golden“ Christmas candles I’d found in a box somewhere, and drew them on old rag paper with oil pastels: „Thank you again + Bon voyage in the Muscat pumpkin boat – Bruno Gironcoli,“ February 23, 2010.

The Eternal Archive collection includes a number of screen prints by Bruno Gironcoli.

Image strip on the right:

Portrait of Bruno Gironcoli, exhibition view, Albertina, 2024

Bruno Gironcoli, Plate with Ears of Corn, 2008, aluminum, Albertina Vienna

Bruno Gironcoli (Villach 1936–2010 Vienna), Hinged Chain and Two Hand-Flying Airplanes, signed: B. Gironcoli, numbered: II/XV, 1972, silkscreen on gold-coated cardboard, mat opening approx. 40.5 x 58.5 cm, issued by Galerie Grünangergasse, Vienna, glazed, framed. Eternal Archive Collection

Bruno Gironcoli, Dog Derby, silkscreen on paper, undated, signed lower right, 50 x 66 cm
Acquired at a charity auction benefiting Artist for Children, Children’s Aid Lebanon. Eternal Archive Collection

Quotes about and by Bruno Gironcoli

It was actually a plant enclosure, what he created with us students.

You can hardly imagine more sensitive teaching…
Franz West

Gironcoli twice. He gets on your nerves, he’s so slow it tires you. You think he can’t count to five, but he’s got a lot of sense. But you also love him, you don’t want to lose him or see him disappear…
Oswald Oberhuber

It seems that for sculpture, the question of ruthlessness exists instead of social awareness, the ability to cultivate one’s own conception of sculpture. It is the developed safeguarding of repressed areas, trained in its preceding and similar motifs, which in this form elude total, administered control by society. This transformation is also a form of subdued aggression, so to speak, where reason takes precedence in a preserving way. At the same time, these could be the connecting motives: a search for one’s own concepts of beauty and, furthermore, aggression. Together, these two elements are the driving force, constantly imbuing this work with anarchy, a sense of departure, avoiding the immediate pursuit of service. Romantic in its anachronism, the sculptural work—independent yet continually supplied—reflects the individual who immerses themselves in it like rebirth, like a bridge, the desire to rediscover a language through the sculptural work. Thus, he believes only in his utopias! In the creation of these figures, this sometimes ludicrous fragmentary material, lies the strategy of warding off the pressures and the incomprehensible grasping of things. To process—this means the repetitive act of binding into harmonies what has been brought from the rational and historical framework, what has been lived, but which seems useless.

Thus, in its interplay with the world, this sculpture becomes the place to define these resulting anxieties about comprehensibility.

One might think, therefore, that this matter today is not about sculpture in general, but about the sculpture that the market dictates.

To work through—this means the recurring process of binding into harmonies what has been brought out of the rational and historical framework, what has been lived, but which seems useless. It is about reducing the number of available models of the world. It is detrimental to the understanding of human potential, and thus the prevailing models also lose their capacity for tolerance. The sculptor has no patron—this paralyzing situation is to be transcended in models; their vacuum becomes longing and powerlessness.

In contrast, there stands the artwork, in its fullness incomprehensible and in a state of perpetual rebellion. Every language has its own perspective, and therein lies the perplexing error of this democratically intended idea that everyone is an artist, when in a society based on the division of labor this humanistic hope loses its meaning.

Bruno Gironcoli

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