Der Maler Wolfgang Egger (1951–1991) und seine Bilder. Poznan | PL; Wien | AT · 1977–1980er (© PP · # 3706 · www.ewigesarchiv.at) Das hier groß abgebildete Bild des Malers Wolfgang Egger hängt seit vielen Jahren, mittlerweile Jahrzehnten, an der meinem Arbeitsplatz gegenüberliegenden Wand, immer, wenn ich meinen Blick vom Monitor weg bzw hochhebe, weil ich – was auch vorkommt – kurz nachdenke oder mir nichts einfällt, schaue ich auf dieses Ölbild, ab und zu erheitert mich, wie die große rote Hand an der linken Seite des Bildes den Finger in den Arxxx der stehenden Person steckt, die selber den Zeigefinger an eine bogenförmige Ausstülpung eines rudimentär dargestellten Kopfes, eines verbogenen Wesens hält. Jetzt beispielsweise musste ich wirklich lachen. Sehr gut! Der Maler ist längst verstorben, vor 35 Jahren schon, er ist tatsächlich nur 40 Jahre alt geworden, wie ich soeben schnell ausgerechnet habe, war mir so nicht bewusst. Kennengelernt habe ich ihn 1977 in Poznan, Polen 1977, weil jeder von uns dort ein Jahr an der Kunstakademie studierte, ein Auslandsjahr in einem Land, das damals „hinter dem Eisernen Vorhang“ lag, vom Westen aus gesehen im totalen „Outback“. Die Studienplätze waren wohl leicht zu bekommen, alle Student*innen, die damals im Ausland studieren wollten, wollten natürlich nach Paris, London, New York – Polen und „Ostblock“ war nicht wirklich im Fokus. Wolfgang kam von der Akademie, ich von der Angewandten, wir waren uns niemals vorher begegnet, waren recht unterschiedlich, fanden aber schnell zueinander. Er studierte Malerei, ich Plakatgrafik und machte meinen allerersten Animationsfilm „OBUWIE (Schuhe) – möglicherweise mein bester Animationsfilm. Ich besitze noch das hier klein abgebildete Ölbild von ihm und ein Portrait, das er von mir malte: „Peter mit der Goldenen Hand und sein rosaroter Freund“ Der im Titel erwähnte Freund war ein Plastikflamingo, den ich irgendwo gefunden und in meinem Zimmer aufgestellt hatte. Das SW-Foto zeigt uns beide am 1. Mai 1978 in Poznan, als wir uns mit einem „Eisbären“ fotografieren ließen, der mit einem Fotografen unterwegs war, bei dem man die Bilder beauftragen und kaufen konnte, was wir natürlich machten.
Das kleine Foto links zeigt Wolfgang vor dem Haus, in dem er damals wohnte mit einigen seiner Malereien. Nach unserer Rückkehr war er Kunsterzieher am Gymnasium ORG I. in der Hegelgasse im 1. Bezirk in Wien (Martina Kurz) und eine enger Freund des Kollegen Kestutis Lapsys, der leider ebenfalls schon verstorben ist.
Die Bilder des Malers Wolfgang Egger begleiten, erfreuen und beschäftigen mich nun schon viele Jahre, wesentlich länger und intensiver, als jedes in Sekundenschnelle KI-generierte Bild oder Video. Ich vermisse sowohl Wolfgang Egger als auch Kestutis Lapsys immens.
Über beide Künstler habe ich Kataloge gestaltet und veröffentlicht: www.ewigesarchiv.at
Großes Bild
o.T., 1981, 90,5 x125 cm, Öl auf Leinwand
Kl. Bild unten: o.T., 1978, 89,5 x 116 cm, Öl auf Leinwand
beide: Sammlung Ewiges Archiv
Biografie Wolfgang Egger
* 1951, Eisenerz, + 1991, Wien
1972–1977 Studium an der Akademie der bild. Künste Wien, Meisterklasse Prof. Wolfgang Hollegha.
1977–1978 Auslandsstipendium in Poznan/Polen, Meisterklasse Prof. Wladislaw Teisseyre.
1978–1991 Kunsterzieher am ORG I., Hegelgasse 14, Wien. Mitwirkung an der Theatergruppe der Schule mit internationalen Gastspielen.
Längere Amerikaaufenthalte.
Ausstellungen in Wien, Poznan/Polen und Eisenerz.
Zu Wolfgang Egger habe ich 2011 folgenden Text für den Katalog geschrieben:
Wolfgang Egger: Nachbilder. Eine Annäherung
Jänner 2011: Wien
Mappen mit Zeichnungen und Aquarellen, Stapel vollgezeichneter Skizzenbücher, Dias mit Reproduktionen von Originalen, deren Verbleib unbekannt ist. Einige Fotos. Eine Papiertragetasche mit Tonbandkassetten. Schließlich: Ölbilder – vereinzelt, verstreut. Eines dieser Ölbilder, Peter mit der goldenen Hand und sein rosaroter Freund, ein Portrait von mir, begleitet mein Leben seit dem Jahre 1978. (Abb. S. 19). Wolfgang Egger hatte es mir am Ende eines gemeinsam verbrachten Studienjahres an der Kunst-Akademie in Poznan/Polen geschenkt. Zwei weitere Bilder kamen nach Wolfgangs Tod im Jahr 1991 zu mir – also vor zwanzig Jahren.
Im Herbst 2010 veröffentlichte ich den Katalog Gezeichnete Geschichten 1977 – 1984, darin enthalten auch eine Reproduktion dieses
Bildes. Ein Exemplar dieses Kataloges schickte ich an Emma Egger, Wolfgangs Mutter, und kam in Folge wieder in Kontakt mit ihr und Wolfgangs Schwester Elfi Egger.
Bei einem Studiobesuch vor einigen Monaten fielen diese Bilder Dr. Berthold Ecker, dem Leiter der Abteilung Bildende Kunst des Kulturamtes Wien, auf. Ich erzählte ihm vom Maler, er meinte daraufhin sinngemäß: wieder ein guter, verstorbener Künstler, dessen Werk im Verborgenen weiterlebt, fernab einer größeren Öffentlichkeit. Dieses kurze Gespräch war letzter Anstoß für die vorliegende Publikation.
Dieser Katalog basiert zu einem großen Teil auf dem von Emma und Elfi Egger zur Verfügung gestellten Material und auf der Mitarbeit von Kestutis Lapsys, Wolfgangs engem Freund und Kollegen. Kestutis hat nicht nur die beeindruckende Fotoserie einer langen Portraitsession beigestellt, sondern auch eine Vielzahl von Beiträgen und Informationen. Ich danke allen sehr herzlich.
Oktober 1977: Hauptbahnhof Poznan, Polen
Ankunft in Poznan am späten Abend, nach ca. 18-stündiger Zugfahrt. Ein Polyglott-Sprachführer, ein langer, taillierter, graublauer Mantel mit Kunstpelzbesatz (von der Mutter genäht), eine Mappe mit Zeichenpapier, ein weißer Koffer mit schwarzem Gurt: Basis-Ausstattung für einen knapp 1-jährigen Studienaufenthalt, lange vor der späteren Ausrufung des Kriegsrechtes unter General Jaruzielski, lange vor Solidarnosc und vor der Westöffnung.
Der Anfang einer intensiven Zeit in einer nahen Fremde und der Begegnung mit herzlichen, wunderbaren Menschen, das Eintauchen in eine völlig ungewohnte Sprachwelt. Der Beginn auch von Freundschaften: einige wenige dauern bis heute an, eine davon wurde durch einen frühen Tod beendet. Neben Kontakten zu KünstlerkollegInnen aus Polen entwickelten sich schnell Freundschaften mit den wenigen anderen AusländerInnen: mit Anna Nowakowski, der kanadischen Grafikerin mit polnischen Wurzeln, mit dem Maler Billy Moro-Wey aus Zaire, vor allem aber mit Wolfgang Egger, der auf der Akademie am Schillerplatz in Wien Malerei studiert hatte.
Fremde Stadt, fremdes Land, fremde Sprache. Wolfgang und ich waren im Rektorat der Akademie aufeinander getroffen. Er hatte Malerei auf der Akademie in Wien bei Wolfgang Hollegha studiert, ich Grafik auf der Angewandten bei Herbert Tasquil und Oswald Oberhuber. Wolfgang setzte sein Studium in Polen bei Stanislaw Teisseyre fort, ich studierte Druck- und Plakatgrafik u.a. bei Waldemar Swierzy und produzierte meine ersten Animationsfilme. Er arbeitete unablässig in der Garage seines Unterkunftgebers, die er als Atelier adaptiert hatte. Sein Zimmernachbar Billy Moro-Wey aus Zaire malte Bilder nach den Mythen aus seinem Land, Wolfgang zeigte das Wüten in seinem eigenen Territorium. Seine Malerei stark, grob, kräftig. Verquer und ungeschlacht.
Unser beider (Kunst-)Welten gänzlich unterschiedlich – ich mit dünnen, kargen Zeichnungen und Grafiken, Filmarbeiten, er beständig malend und Heft um Heft mit Skizzen füllend. Sehr unterschiedlich und in der Gegensätzlichkeit stark von einander angezogen. Ich war fasziniert von seiner Direktheit, Eckigkeit und Beständigkeit im Zweifel. Ich liebte seine Bilder und bestärkte ihn darin, weiterzumachen auf seinem Weg – er war mir wichtiger Gegenpart und Freund.
In Polen schuf Wolfgang Egger meist figurative Arbeiten, oft grimmig, sarkastisch, entlarvend. Masken, Bischöfe – vielleicht einer unbekannten Sekte – versteinerte Gäste eines Lokals. Einige Finger in einen Arsch gesteckt. Bilder voller Humor, Derbheit, Kraft und Rätseln.
Jänner 1991: Wien
Nach unserer Rückkehr im Juni 1978 nach Wien war unser Kontakt seltener geworden: ich zog für einige Jahre aus Wien weg, er begann, als Kunsterzieher am Gymnasium Hegelgasse zu arbeiten. Mit vollem Herz und Hingabe für die Arbeit mit den SchülerInnen – ließ er aber nicht ab, künstlerisch weiterzuarbeiten. Als ich 1991 nach Wien zurückkam – u.a. nach einem einjährigen Aufenthalt in Montréal als artist in residence, verstärkte sich unser Kontakt wieder. Ich war beeindruckt von seiner Entwicklung, von seinen neuen Aquarellen, dichten Farbstiftzeichnungen, Linoldrucken.
Im Frühjahr 1991 berichtete mir sein Freund und früherer Mitbewohner Christoph Eiböck, Wolfgang sei im AKH-Wien, auf der
Kieferchirurgischen Abteilung – die Diagnose bedrohlich.
Im Laufe der folgenden Wochen besuchte ich Wolfgang mehrmals im Krankenhaus. Nach wie vor eingeprägt: für mich bedrückende Bilder einer Krebsstation. Überrascht war ich von Wolfgangs – wie mir scheinen wollte – fast heiterer Gelassenheit. Er zeichnete viel, auf kleinen Zetteln und Blöcken, bei einem der Besuche auch mit Bleistift auf die Wände des ziemlich desolaten alten AKHs.
Bei einem dieser Zusammentreffen fotografierten wir einander – und zeichneten jeder ein Porträt des anderen (Abb. S. 31).
An einem besonders schönen Frühsommertag, auf dem Weg zu einem weiteren Krankenbesuch: Einer Laune folgend, setzte ich mich ins Café der Wiener Secession, aß eine Kleinigkeit – und beschloss, meinen Besuch bei Wolfgang auf den nächsten Tag zu verschieben. Am folgenden Tag ging ich dann in die Station der Kieferchirurgie, betrat das gewohnte Zimmer: Das Bett von Wolfgang war leer und verlassen, frisch und glatt überzogen. Im entscheidenden Moment war ich nicht an Wolfgangs Seite.
Es bleiben nicht nur einige Ölbilder, eine Vielzahl von Skizzenbüchern und Mappen voller dynamischer, dichter Zeichnungen, Collagen und Aquarelle: Es bleiben in Herz und Netzhaut eingebrannte Nachbilder – die Voraussetzungen der Kinematographie: Kurz und intensiv aufblitzende Bilder, getrennt durch eine Dunkelphase, hinterlassen auf der menschlichen Netzhaut eben Nachbilder – diese erst verschmelzen in uns zu einem Eindruck von Bewegung.
Die vorliegende Publikation zum Werk von Wolfgang Egger versteht sich als ersten Ansatz dazu, die (nachgelassenen) Bilder neu – vielleicht erstmals – wahrzunehmen, möchte Anregung und Anstoß sein, die Arbeiten konzentriert anzuschauen, ihnen wieder Wirkmöglichkeiten zu verschaffen, um sie zu einem spannenden Film im Kopf zusammensetzen zu können.
Wolfgang selbst ist im Jahr 1991 viel zu früh verstorben, seine Bilder aber sind und bleiben weitere markante Beispiele dafür, dass Kunst Zeit überbrücken und Zeiten markieren kann.
Peter Putz
Das Ewige Archiv
The painter Wolfgang Egger (1951–1991) and his paintings. Poznan | PL; Vienna | AT · 1977–1980s (© PP · # 3706 · www.ewigesarchiv.at) The large painting by Wolfgang Egger, shown here, has hung on the wall opposite my workspace for many years, decades now. Whenever I look away from my monitor or up, because—as sometimes happens—I’m briefly thinking or can’t think of anything, I see this oil painting. Occasionally, I’m amused by the way the large red hand on the left side of the painting sticks its finger in the anus of the standing figure, who himself holds his index finger to an arc-shaped protrusion of a rudimentary head, a distorted being. Just now, for example, I really had to laugh. Very good! The painter passed away long ago, 35 years ago already; he was actually only 40, as I just quickly calculated—I wasn’t aware of that. I met him in 1977 in Poznan, Poland, because we were both studying at the art academy there for a year, a year abroad in a country that was then „behind the Iron Curtain,“ considered by the West to be in the middle of nowhere. Places at the academy were apparently easy to get; all the students who wanted to study abroad back then naturally wanted to go to Paris, London, or New York—Poland and the „Eastern Bloc“ weren’t really on their radar. Wolfgang came from the Academy, I from the University of Applied Arts; we had never met before, were quite different, but quickly bonded. He studied painting, I studied poster design, and I made my very first animated film, „OBUWIE (Shoes)“—possibly my best animated film. I still own the small oil painting of him shown here, and a portrait he painted of me: „Peter with the Golden Hand and His Pink Friend.“ The friend mentioned in the title was a plastic flamingo that I had found somewhere and put in my room. The black and white photo shows the two of us on May 1, 1978, in Poznan, when we had our picture taken with a „polar bear“ who was traveling with a photographer from whom you could commission and buy pictures, which we, of course, did.
The small photo on the left shows Wolfgang in front of the house where he lived at the time, with some of his paintings. After our return, he was an art teacher at the ORG I high school on Hegelgasse in the 1st district of Vienna (Martina Kurz) and a close friend of our colleague Kestutis Lapsys, who has also sadly passed away.
The paintings of Wolfgang Egger have accompanied, delighted, and occupied me for many years now, far longer and more intensely than any AI-generated image or video produced in seconds. I miss both Wolfgang Egger and Kestutis Lapsys immensely.
I have designed and published catalogs about both artists: www.ewigesarchiv.at
Large painting
Untitled, 1981, 90.5 x 125 cm, oil on canvas
Small painting below: Untitled, 1978, 89.5 x 116 cm, oil on canvas
Both: Ewiges Archiv Collection
Biography of Wolfgang Egger
* 1951, Eisenerz, + 1991, Vienna
1972–1977 Studied at the Academy of Fine Arts Vienna, Master Class of Prof. Wolfgang Hollegha.
1977–1978 Scholarship abroad in Poznan, Poland, master class of Prof. Wladislaw Teisseyre.
1978–1991 Art teacher at ORG I, Hegelgasse 14, Vienna. Member of the school’s theater group, performing internationally.
Extended stays in America.
Exhibitions in Vienna, Poznan, Poland, and Eisenerz.
In 2011, I wrote the following text for the catalog about Wolfgang Egger:
Wolfgang Egger: Afterimages. An Approach
January 2011: Vienna
Folders of drawings and watercolors, stacks of sketchbooks filled with drawings, slides with reproductions of originals whose whereabouts are unknown. A few photographs. A paper carrier bag containing cassette tapes. Finally: oil paintings—isolated, scattered. One of these oil paintings, Peter with the Golden Hand and His Pink Friend, a portrait of me, has accompanied me since 1978 (Fig. p. 19). Wolfgang Egger gave it to me at the end of a year we spent together studying at the Academy of Fine Arts in Poznan, Poland. Two more paintings came to me after Wolfgang’s death in 1991—that is, twenty years ago.
In the fall of 2010, I published the catalog Drawn Stories 1977–1984, which also includes a reproduction of this
painting. I sent a copy of this catalog to Emma Egger, Wolfgang’s mother, and subsequently reconnected with her and Wolfgang’s sister, Elfi Egger.
During a studio visit a few months ago, these pictures caught the eye of Dr. Berthold Ecker, the head of the Fine Arts Department at the Vienna Cultural Office. I told him about the painter, and he remarked, in essence: another good, deceased artist whose work lives on in obscurity, far from the public eye. This brief conversation provided the final impetus for this publication.
This catalog is largely based on material provided by Emma and Elfi Egger and on the collaboration of Kestutis Lapsys, Wolfgang’s close friend and colleague. Kestutis not only contributed the impressive series of photographs from a lengthy portrait session but also a wealth of articles and information. I extend my sincere thanks to everyone involved.
October 1977: Poznan Main Train Station, Poland
Arrival in Poznan late in the evening, after an approximately 18-hour train journey. A Polyglott phrasebook, a long, tailored, gray-blue coat with faux fur trim (sewn by my mother), a portfolio of drawing paper, a white suitcase with a black strap: the basic equipment for a nearly year-long study trip, long before the later declaration of martial law under General Jaruzielski, long before Solidarity and before the opening of the West.
The beginning of an intense period in a near-foreign land and encounters with warm, wonderful people, an immersion in a completely unfamiliar linguistic world. The beginning of friendships, too: a few have lasted to this day, one of which was cut short by an untimely death. Besides contacts with fellow artists from Poland, friendships quickly developed with the few other foreigners: with Anna Nowakowski, the Canadian graphic artist with Polish roots, with the painter Billy Moro-Wey from Zaire, but above all with Wolfgang Egger, who had studied painting at the Academy on Schillerplatz in Vienna.
A foreign city, a foreign country, a foreign language. Wolfgang and I met in the rector’s office of the Academy. He had studied painting at the Academy in Vienna under Wolfgang Hollegha, I graphic design at the University of Applied Arts Vienna under Herbert Tasquil and Oswald Oberhuber. Wolfgang continued his studies in Poland with Stanislaw Teisseyre, I studied printmaking and poster design, among others, with Waldemar Swierzy, and produced my first animated films. He worked tirelessly in his landlord’s garage, which he had converted into a studio. His roommate, Billy Moro-Wey from Zaire, painted pictures based on the myths of his country; Wolfgang depicted the ravages of his own territory. His painting was strong, rough, powerful. Quirky and uncouth.
Our two (artistic) worlds were completely different—mine with thin, sparse drawings and prints, film work; him constantly painting and filling notebook after notebook with sketches. Very different, yet strongly drawn to each other in their contrast. I was fascinated by his directness, his bluntness, and his unwavering conviction. I loved his paintings and encouraged him to continue on his path—he was an important counterpart and friend to me.
In Poland, Wolfgang Egger mostly created figurative works, often grim, sarcastic, and revealing. Masks, bishops—perhaps from an unknown sect—petrified patrons of a bar. A few fingers stuck in an ass. Images full of humor, crudeness, power, and enigma.
January 1991: Vienna
After our return to Vienna in June 1978, our contact had become less frequent: I moved away from Vienna for a few years, and he began working as an art teacher at the Hegelgasse Gymnasium. He dedicated himself wholeheartedly to working with his students, but he never stopped pursuing his own artistic endeavors. When I returned to Vienna in 1991—after, among other things, a year in Montreal as an artist-in-residence—our contact intensified once again. I was impressed by his development, by his new watercolors, dense colored pencil drawings, and linocuts.
In the spring of 1991, his friend and former roommate Christoph Eiböck told me that Wolfgang was in the Vienna General Hospital (AKH), in the
Oral Surgery Department—the diagnosis was serious.
Over the following weeks, I visited Wolfgang several times in the hospital. The images of a cancer ward, which were still vivid in my mind, were distressing. I was surprised by Wolfgang’s—or so it seemed to me—almost cheerful composure. He drew a lot, on small pieces of paper and pads, and during one of the visits, he even drew with a pencil on the walls of the rather dilapidated old AKH.
During one of these encounters, we photographed each other—and each drew a portrait of the other (Fig. p. 31).
On a particularly beautiful early summer day, on my way to another hospital visit, I impulsively sat down in the café of the Vienna Secession, had a light meal, and decided to postpone my visit with Wolfgang until the next day. The following day, I went to the oral surgery ward and entered the familiar room: Wolfgang’s bed was empty and deserted, freshly and smoothly made. I hadn’t been by his side at the crucial moment.
What remains are not just a few oil paintings, a multitude of sketchbooks and portfolios full of dynamic, dense drawings, collages, and watercolors: What remains are afterimages burned into the heart and retina—the very foundation of cinematography: Brief, intense flashes of light, separated by a dark phase, leave afterimages on the human retina—these are what ultimately coalesce within us to create an impression of movement.
This publication on the work of Wolfgang Egger is intended as a first step towards perceiving his (posthumous) paintings anew—perhaps for the first time—and aims to inspire and encourage a focused examination of the works, allowing them to resonate and form a compelling narrative in the mind.
Wolfgang himself died far too young in 1991, but his paintings are and remain striking examples of how art can bridge time and mark eras.
Peter Putz
The Eternal Archive