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Sich gegenseitig zeichnen! Warum eigentlich? · Drawing each other! Why, exactly?

Sich gegenseitig zeichnen! Warum eigentlich? · Drawing each other! Why, exactly?

Sich gegenseitig zeichnen! Warum eigentlich? Wien | AT · 2026 (© Gerhard Lang · © Peter Putz · # 3736 · www.ewigesarchiv.at) Seit einigen Jahren kommt Gerhard Lang, ein Künstler aus Deutschland, immer wenn er in Wien ist, zu mir ins Studio. Dann essen wir mitsammen, erzählen uns, wie der Stand der Dinge ist und insbesondere portraitieren wir einander. Diesmal in einer Woche drei Mal – jedesmal eine Freude. Ich versuche, ihn „traditionell“ zu zeichnen, er immer mit direktem Blick auf mich, ohne auch nur einmal auf den Zeichenblock zu schauen. Er nennt diese Art zu zeichnen „visus signatus“. Die Zeit ist genau bestimmt: 30 Minuten. Warum einander zeichnen? Ich finde, es ist ein Sich-gegenseitig-Versichern, dass man noch lebt, ein Sich Verstärken, Beobachten, Beruhigen. Portraitieren heißt: dem Anderen Aufmerksamkeit schenken, achtsam sein. Der Künstler Reimo Wukounig, meinte in meinem Film „Reimo Wukounig – der Schmerzraum des Zöglings 33“ Kunst sei ein Minderheiten-Programm – aber es sei eben sein Angebot. Ich finde: Kunst ist ein valides, notwendiges Gegen-Programm zu einem sich längst verselbständigten militärisch-industriellen Komplex. Unabdingbar notwendig in einer Zeit, in der einige alte Männer mit ihren „shareholders“ und IT-Konzernen im Rücken, alles daran setzen, die Welt auszupressen bis zum Letzten und im Endeffekt zu vernichten. Kunst ist auch ein Aufbäumen gegen den von kapitalistischen Interessen angefeuerten Todestrieb. Vielleicht ein Minderheiten-Programm – aber jedenfalls eines, das über das Leben und den Erhalt des Lebens und einer lebenswerten Welt reflektiert.

Gerhard Lang lebt im Odenwald – etwa 60 km entfernt vom Ort, in dem Anselm Kiefer aufwuchs, seit Jahren macht er im Freien auf fest verankerten Staffeleien großformatige Zeichnungen von Wolkenformationen, ohne aufs Papier zu schauen. Im vergangenen Jahr stellte er im „Wendemuseum“ in Los Angeles eine Reihe von Arbeiten aus, die er mit einem vom Deutschen Bundeskriminalamt gekauften Phantombild-Gerät erstellt hatte.

Über seine Arbeit mit dem Phantombildgerät machte ich eine 8-minütige Video-Notiz:

Gerhard Lang und das Phantombildgerät des BKA

Gespräch mit dem bildenden Künstler und Performer Gerhard Lang über seine Arbeit mit dem Phantombildgerät Minolta Unit, das ursprünglich für die Identifizierung von Opfern des Atombombenabwurfes über Hiroshima entwickelt worden war und in Folge von Polizeistellen zur Anfertigung von „Phantomfotos“ nach Zeugenbeschreibungen im Einsatz war. Seine erste Arbeit damit, die „Paleanthropische Physiognomie“ entstand 1992 im Bundeskriminalamt (BKA) Wiesbaden. Im Jahr 1997 konnte er ein Phantombildgerät selbst vom BKA erwerben. Video: © Peter Putz / Das Ewige Archiv

Drawing each other! Why, actually? Vienna | AT · 2026 (© Gerhard Lang · © Peter Putz · # 3736 · www.ewigesarchiv.at) For several years now, Gerhard Lang, an artist from Germany, has come to my studio whenever he’s in Vienna. We eat together, catch up on things, and, most importantly, draw each other’s portraits. This time, three times in one week—each time a joy. I try to draw him „traditionally,“ he always looking directly at me, without ever glancing at his sketchbook. He calls this way of drawing „visus signatus.“ The time is precisely defined: 30 minutes. Why draw each other? I think it’s a way of reassuring each other that we’re still alive, a way of reinforcing each other, observing, calming each other. To draw a portrait means: to pay attention to the other person, to be mindful. The artist Reimo Wukounig, in my film „Reimo Wukounig – The Pain Room of Pupil 33,“ said that art is a minority pursuit – but it is, after all, his offering. I believe that art is a valid, necessary counter-program to a military-industrial complex that has long since become self-perpetuating. It is absolutely essential in a time when a few old men, with their shareholders and IT corporations behind them, are doing everything in their power to squeeze the world dry and ultimately destroy it. Art is also a rebellion against the death drive fueled by capitalist interests. Perhaps a minority pursuit – but certainly one that reflects on life and the preservation of life and a world worth living in.

Gerhard Lang lives in the Odenwald – about 60 km from where Anselm Kiefer grew up. For years, he has been creating large-format drawings of cloud formations outdoors on firmly anchored easels, without looking at the paper. Last year, he exhibited a series of works at the Wende Museum in Los Angeles, created using a composite sketch machine purchased from the German Federal Criminal Police Office (BKA).

I made an 8-minute video note about his work with the composite sketch machine:

Gerhard Lang and the BKA Composite Sketch Machine
A conversation with visual artist and performer Gerhard Lang about his work with the Minolta Unit composite sketch machine, originally developed for identifying victims of the atomic bombing of Hiroshima and subsequently used by police departments to create composite sketches based on witness descriptions. His first work with it, „Paleanthropic Physiognomy,“ was created in 1992 at the BKA in Wiesbaden. In 1997, he was able to purchase a composite sketch machine himself from the BKA. Video: © Peter Putz / The Eternal Archive

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