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Selbstportrait als „1970er Zeitgeist-Impersonator“ · Self-portrait as a ‘1970s zeitgeist impersonator’

Selbstportrait als „1970er Zeitgeist-Impersonator“ · Self-portrait as a ‘1970s zeitgeist impersonator’

Selbstportrait als „1970er Zeitgeist-Impersonator“. Wien | AT · 1974 (© PP · # 3602 · www.ewigesarchiv.at) Es gibt kaum ein anderes Foto von mir, das mich, meine Stimmung, meine Lebensumstände und die Zeit der 1970er Jahre in Wien so kompakt zusammenfasst, so dicht darstellt wie diese Serie. „History in a nutshell“ halt – diese Serie von Automatenfotos könnte auch im „Haus der Geschichte“ ihren Platz finden, denke ich. Die Fotos entstanden kurz vor der Gründung der „Drogen-Entzugs-WG“ – ich besuchte damasl die Sozialarbeiter-Schule der Gemeinde Wien und parallel dazu studierte ich das erste Jahr an der Angewandten Ich bin über diese Aufnahmen „darübergestopert“, weil sie bei 993 Bilddateien, die ich in einer der vielen externen Harddiscs, die hier im Studio herumlungern, dabei waren, die ich mal wieder angesteckt habe, weil ich Dateien eines alten Job suchte – die ich natürlich nicht gefunden habe. Also dann – kurz und herzlos eine Bildbetrachtung für mich selber – Lass einen wohligen kalten Schauer über meinen Rücken rieseln, Oh Herr! Zunächst: die beiden Bildstreifen werden hier nur im Ausschnitt gezeigt, denn oberhalb jedes einzelnen ist eines der kleineren Bilder in groß – aber ich finde natürlich toll, wie ich damals versuchte, recht exakt die Haltung der Aufnahmen zu replizieren. Zum Einen: damals und heute liebte und liebe ich Automatenfotos aus vielen Gründen. An die Entstehung dieser Fotos, die sicher im Abstand von einem Tag entstanden, kann ich mich genau erinnern. Ich hatte bei einer Psychoanalytischen Gruppe, die wöchentlich an der Akademie der bildenden Künste stattfanden, und an der man/frau ohne Anmeldung teilnehmen konnte – geleitet vom Wiener Psychoanalytiker Dr. Shaked – eine Studentin kennengelernt, die ein paar Tage später vor der Tür meiner Küche-Kabinett Wohnung in der Schönbrunnerstraße 111 saß, als ich von einem Wochenende Bioenergetik-Seminar heimkam und in der Folge einfach bei mir einzog, bzw. einfach da blieb. Einige Zeit später zog sie ohne vorherige Ankündigung wieder aus bzw war einfach nicht mehr da und hinterließ an der Tür hängend ein paar Zeitungsausrisse und einen Brief. Ich war am Boden zerstört, machte mir Vorwürfe, war verzweifelt. Lag also auf der Hand, dass ich in einen Friseursalon ein paar Häuser weiter ging und die Friseurin „beauftragte“, meine wallende Mähne (Foto links), radikal abzuschneiden, abzuscheren. Die Friseurin wollte nicht – sooo schöne Haare, aber ich musste insistieren. Klarerweise wollte ich zumindest einen Vorher / Nachher Beweis bzw Vergleich. Zum Zeitgeist-Dechiffrieren eignet sich auch gut mein Mantel: Es war ein grauer, langer Mantel meines Vaters mit Kunstpelz-Kragen, den mir meine Mutter umgearbeitet hatte insbesondere tailliert mit zwei Knöpfen hinten.

Meine Verwandlung an diesem Tag war so radikal, dass mich meine Oma, die ich einige Zeit später traf, zunächst nicht erkannte. Erst, nachdem ich mich zu erkennen gab, meinte sie: „Du schaust ja aus wie ein KZler!“.

Self-portrait as a ‘1970s zeitgeist impersonator’. Vienna | AT · 1974 (© PP · # 3602 · www.ewigesarchiv.at) There is hardly any other photo of me that summarises me, my mood, my circumstances and the 1970s in Vienna as compactly and densely as this series. ‘History in a nutshell’ – I think this series of photo booth pictures could also find its place in the ‘House of History’. The photos were taken shortly before the founding of the ‘drug withdrawal commune’ – at the time, I was attending the social worker school of the municipality of Vienna and, at the same time, I was studying my first year at the University of Applied Arts. I stumbled across these photos because they were among 993 image files that I found on one of the many external hard drives lying around here in the studio which I had connected again because I was looking for files from an old job – which, of course, I didn’t find. So then – a brief and heartless image review for myself – let a pleasant cold shiver run down my spine, oh Lord! First of all: only sections of the two image strips are shown here, because above each one is one of the smaller images in large format – but of course I think it’s great how I tried to replicate the posture of the photos quite exactly back then. On the one hand: then and now, I loved and love photo booth pictures for many reasons. I can remember exactly how these photos, which were certainly taken one day apart, came about. I had met a student at a psychoanalytical group that met weekly at the Academy of Fine Arts and which anyone could attend without registering – led by the Viennese psychoanalyst Dr Shaked – I met a student who, a few days later, was sitting outside the door of my kitchen-cabinet flat at Schönbrunnerstraße 111 when I came home from a weekend bioenergetics seminar and subsequently simply moved in with me, or rather, simply stayed there. Some time later, she moved out without prior notice, or rather, she was simply no longer there, leaving a few newspaper clippings and a letter hanging on the door. I was devastated, blamed myself, was desperate. So it was obvious that I went to a hairdresser’s a few doors down and ‘commissioned’ the hairdresser to radically cut off my flowing mane (photo on the left). The hairdresser didn’t want to – such beautiful hair – but I had to insist. Of course, I wanted at least some before and after evidence or comparison. My coat is also a good example of the spirit of the times: it was a long grey coat that belonged to my father, with a faux fur collar, which my mother had altered for me, particularly the waist, with two buttons at the back.

My transformation that day was so radical that my grandmother, whom I met some time later, didn’t recognise me at first. Only after I revealed myself did she say, ‘You look like a concentration camp inmate!’

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Selbstportrait als „1970er Zeitgeist-Impersonator“ · Self-portrait as a ‘1970s zeitgeist impersonator’

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Selbstportrait als „1970er Zeitgeist-Impersonator“. Wien | AT · 1974 (© PP · # 3602 · www.ewigesarchiv.at) Es gibt kaum ein anderes Foto von mir, das mich, meine Stimmung, meine Lebensumstände und die Zeit der 1970er Jahre in Wien so kompakt zusammenfasst, so dicht darstellt wie diese... mehr lesen

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