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Selbstdarstellung mit der Normal 8 mm-Kamera · Self-expression with the standard 8 mm camera

Selbstdarstellung mit der Normal 8 mm-Kamera · Self-expression with the standard 8 mm camera

Selbstdarstellung mit der Eumig Normal 8 mm-Kamera. Einübung in „Timebased Medias“ vor Facebook, IG und TikTok. Wien | AT · 1974–2017 (© PP · # 3534 · www.ewigesarchiv.at) Im Bestreben, die Zeit zu vertrödeln, bis im in der Nähe meines Studios liegenden Videostudio die Schneidearbeiten an meinem neuen Film über den Künstler Götz Bury beginnen, dachte ich daran, ein kleines Gedenkblatt für meine an verschiedenen Stellen lagernden, möglicherweise schlafenden Filmkameras zu konfektionieren. Unweigerlich stieß ich dabei bei den Tauchgängen in die Tiefen deshauseigenen Ewigen Archives nicht nur auf Bilder von Normal 8, Super 8, 16 mm Filmkameras, sondern auch auf frühe Filme, die ich ab 1974 mit einer mir geschenkten Eumig 8 mm Kamera (gr. Foto li.) aufgenommen hatte, darunter auch einen von mir selbst – der immer wieder Anlass zum Nachdenken über meine Person und die Sinn- oder Unsinnhaftigkeit meines Tuns gibt. Was hat mich dazu veranlasst, im schmalen Kabinett meiner

„Küche-/Kabinett-Wohnung“ in der Schönbrunnerstraße 111 im 5. Wiener Bezirk meine Normal 8 mm Kamera auf ein Stativ zu stellen, einen 500 Watt-Strahler (die Verpackung steht geöffnet auf dem Tisch rechts im Bild) auf mich zu richten und mich nackt vor die Kamera zu stellen und aufzunehmen? Allein der Blick in das schmale Zimmer ist – zumindest für mich – jetzt, fast 50 Jahre später, höchst interessant. Die Wohnung war im dritten Stock des Hauses (das natürlich mittlerweile „dachausgebaut“ ist, klar), kein Lift, WC am Gang, keine Dusche, in der Küche ein Waschbecken. Abgewaschen wurde in einem orangenen „Plastikschaffel“, geduscht im städtischen „Tröpferlbad“. In einer Ecke der Küche stand ein „Durst“-SW-Vergrößerungsapparat, mit dem ich meine SW-Fotografien ausbelichtete. Für die Bücher einige Holzkisten vom Naschmarkt, schwarz angestrichen und aufeinandergestellt. Zum Schlafen hatte ich zwei Betteinsätze (Matratzen auf Holzrahmen mit Federkern) übereinandergestellt – für den Fall, dass mehr Platz benötigt wurde, wurden sie nebeneinander gestellt, das ging sich in der Breite des Zimmers gerade noch aus. Zu der Zeit machte ich einerseits eine Ausbildung an der Sozialarbeiterschule der Gemeinde Wien in der Ottakringerstraße 200 (ich wollte ja „die Basis“ kennenlernen, soziale Erfahrungen sammeln) und andererseits das erste Jahr an der Angewandten.

Was hat mich zu dieser Zeit aber interessiert, beeinflusst, beschäftigt? Natürlich der damals an vielen Stellen der Stadt und in den Kreisen, in denen ich mich bewegte, auftauchende Wiener Aktionismus, die Mühl-Kommune, die Arbeiten von Arnulf Rainer („face farces“), die Filme von Peter Kubelka, Kurt Kren, Ernst Schmid jr, Andy Warhol etc., die ich im Österreichischen Filmmuseum sehen konnte, das ich damals häufig frequentierte. Die Mitglieder der „Mühl-Kommune“ traten mit gestreiften Latzhosen auf, alle, Frauen und Männer den Kopf kahl rasiert, manche mit einer oft unverschämten, provozierenden Selbstsicherheit. Die Kommune selbst war damals in der Praterstraße. Es war die Zeit der aufkommenden „Selbsterfahrungs-Gruppen“, der „Gruppendynamik-Seminare“, der Bioenergetik, Wilhelm Reich und die „Funktion des Orgasmus“ wurde wiederentdeckt und diskutiert, ich selbst machte ua. ein Wochenend-Marathonseminar um „Körperblockaden“ und „Körperpanzer“ aufzuspüren und in Folge aufzubrechen, damit die „Orgone“ fließen können . . . etc. Bei dem Seminar lernte ich auch zwei Mitglieder der Mühl-Kommune näher kennen. Es war jedenfalls in mir eine Faszination am Aufbrechen der Normen, am Ausprobieren, am Auflösen von handelsüblichen Grenzen, die den Hintergrund bildete zu dieser und anderen „Selbstdarstellungen“, die ich teils auch mit anderen Freund*innen auf Film und Fotografien produzierte. 

Die „Eumig Normal 8“ mm war eine österreichische Entwicklung, es war die Vorstufe zur späteren Super 8 mm Kamera. In die Kamera wurde eine kleine Spule 16-mm-Film eingelegt und damit gefilmt. Wenn die Filmrolle belichtet war, wurde die Spule herausgenommen, umgedreht und nochmals durch die Kamera „gejagt“: Bei jedem Durchgang war nämlich nur eine halbe Seite des 16 mm Filmstreifens belichtet worden. Nach der Entwicklung wurde der 16 mm Film der Länge nach halbiert und die beiden Teile aneinandergeklebt. 

Self-portraiture with the Eumig Normal 8 mm camera. Practising ‘timebased media’ before Facebook, IG and TikTok. Vienna | AT · 1974–2017 (© PP · # 3534 · www.ewigesarchiv.at) In an effort to kill time until editing work on my new film about the artist Götz Bury began at the video studio near my studio, I thought of putting together a small memorial sheet for my film cameras, which were stored in various places and possibly dormant. Inevitably, while diving into the depths of my home’s eternal archive, I came across not only images from Standard 8, Super 8 and 16 mm film cameras, but also early films that I had shot from 1974 onwards with an Eumig 8 mm camera (large photo on the left) that had been given to me as a gift, including one of myself – which always gives me cause to reflect on myself and the meaning or meaninglessness of my actions. What prompted me to set up my standard 8 mm camera on a tripod in the narrow cabinet of my

‘kitchen/cabinet flat’ at Schönbrunnerstraße 111 in Vienna’s 5th district, to put my standard 8 mm camera on a tripod, point a 500-watt spotlight (the packaging is open on the table on the right in the picture) at myself, stand naked in front of the camera and film myself? Just looking at the narrow room is – at least for me – now, almost 50 years later, extremely interesting. The flat was on the third floor of the building (which has of course been converted into attic space in the meantime), no lift, toilet in the hallway, no shower, a sink in the kitchen. Dishes were washed in an orange ‘plastic bucket’ and showers were taken in the municipal “Tröpferlbad” (drip bath). In one corner of the kitchen stood a ‘Durst’ black-and-white enlarger, which I used to develop my black-and-white photographs. For the books, I had some wooden crates from the Naschmarkt, painted black and stacked on top of each other. For sleeping, I had two bed inserts (mattresses on wooden frames with spring cores) stacked on top of each other – if more space was needed, they were placed side by side, which just about fit the width of the room. At the time, I was training at the Vienna Municipal Social Work School at Ottakringerstraße 200 (I wanted to get to know ‘the grassroots’ and gain social experience) and also doing my first year at the University of Applied Arts.

But what interested, influenced and preoccupied me at that time? Of course, it was Viennese Actionism, which was appearing in many places around the city and in the circles I moved in at the time, the Mühl Commune, the works of Arnulf Rainer (‘face farces’), the films of Peter Kubelka, Kurt Kren, Ernst Schmid Jr, Andy Warhol, etc., which I was able to see at the Austrian Film Museum, which I frequented often at the time. The members of the ‘Mühl Commune’ appeared in striped dungarees, all of them, women and men, with shaved heads, some with an often insolent, provocative self-confidence. The commune itself was located on Praterstraße at the time. It was the era of emerging ‘self-awareness groups,’ ‘group dynamics seminars,’ bioenergetics, Wilhelm Reich, and the ‘function of orgasm’ was rediscovered and discussed. I myself took part in a weekend marathon seminar to identify and subsequently break down ‘body blockages’ and ‘body armour’ so that ‘orgone’ could flow, etc. a weekend marathon seminar on detecting and breaking down ‘body blockages’ and ‘body armour’ so that the ‘orgone’ could flow . . . etc. At the seminar, I also got to know two members of the Mühl commune better. In any case, I was fascinated by breaking norms, trying things out, dissolving conventional boundaries, which formed the background to this and other ‘self-portraits’ that I also produced with other friends on film and in photographs.

The ‘Eumig Normal 8’ mm was an Austrian development, the precursor to the later Super 8 mm camera. A small reel of 16 mm film was inserted into the camera and used for filming. When the film roll was exposed, the reel was removed, turned over and ‘run’ through the camera again: each time it was run through, only half of the 16 mm film strip was exposed. After development, the 16 mm film was cut in half lengthwise and the two parts were glued together.

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