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Elisabeth Wetsch und „King Kenwoods letzter Auftritt“ · Elisabeth Wetsch and ‘King Kenwood’s Last Performance’

Elisabeth Wetsch und „King Kenwoods letzter Auftritt“ · Elisabeth Wetsch and ‘King Kenwood’s Last Performance’

 

Erinnerung an Elisabeth Wetsch und „King Kenwoods letzter Auftritt“ (gelebter Phallozentrismus at its Best!) Wien | AT · 2009–2011 (© PP · # 3685 · www.ewigesarchiv.at) Auf der Suche nach Fotos von Menschen, die in Museen und Ausstellungen mit ihren Mobiltelefonen Kunstwerke – und manchmal sich selbst mit eben diesen – fotografieren, mit dem Ziel, ein weiteres grenzgeniales Tableau zu ondulieren, bin ich über diverse Umwege (Lebenszeit will vertrödelt werden) auf ein SW-Foto gestoßen, das meine leider vor vier Jahren verstorbene und mir nach wie vor schmerzlich fehlende Nachbarin Elisabeth Wetsch zeigt, eine meiner Zeichnungen aus der „King-Kenwood-Serie“ aus dem Jahr 2009 in Händen haltend, die ich ihr geschenkt hatte, betitelt: „King Kenwoods letzter Auftritt: Carambolwerfer + Cy Twombly Zitrone (secret life of plants). 10. 6. 2009, Ölpastell auf grauem Hadernpapier (s. re. ob.) Die Referenz auf Cy Twombly bezieht sich auf ein Polaroid-Foto einer Zitrone von C. T. 

Meine King-Kenwood-Serien waren und sind: gelebter Phallozentrismus at its Best! Als ich bei meinem Studionachbarn Stefan Liewehr, der ua. auf Essens-Fotografie spezialisiert ist (das Wort „Food-Photography“ verwende ich so ungern . . .), im Jahr 2009 die neuen Kenwood-Küchengeräte erblickt, war’s um mich geschehen: Pürierstab wie ein HILTI-Schlaghammer, karminrot, griffelastisch, ultra-ergonomisch geformt – ein schweres Gerät mit mehreren Aufsätzen und multiplen Geschwindigkeiten! Liegt soo gut in der Hand. Wahnsinn. Ich bat inständig darum, mir die Pretiosen (es gibt natürlich noch im identen Design das Universal-Rührgerät dazu, aber das ist weniger erotisch aufgeladen) für kurze Zeit zu leihen, damit ich sie einem Heavy-Duty Praxis-Funktionstest unter erschwerten Zeichen-Bedingungen unterwerfen konnte. Insbesondere interessierten mich alternative Antriebsarten – zB mit Artischoken-Strom und ein Bouquet von Spezialaufsätzen. Es gibt eine Reihe von Zeichnungs-Varianten. Das phantastische Haifisch-Hemd (li. unt.) hatte ich meiner Erinnerung nach in den 1980-er Jahren in Mexico gekauft. 

Aus meinem Nachruf auf Elisabeth Wetsch vom 14. Februar 2021:

Elisabeth Wetsch (1956–2021), Internet-Pionierin, youtube-Queen, liebe Nachbarin mit einem besonderen Interesse für Serienkiller*innen und deren Opfer und vieles, vieles mehr.

Die wenigen folgenden Sätze können nur winzige Fragmente und Facetten einer sehr vielschichtigen Persönlichkeit und besonderen Frau sein. Nach vielen Tätigkeiten wie Modeschmuck-Macherin und -Verkäuferin auf der Donauinsel, Reiseleiterin (jeweils mit dazugehörigen unglaublichen, teils skurrilen Geschichten) in früheren Jahren, war sie eine der Allerersten in Österreich, die im IT-Bereich tätig waren. Anfang der 1990-er Jahre konzipierte und realisierte sie für LIBRO einen kommerziellen Webauftritt – damals mit Büro in einem der von Otto Wagner entworfenen Jugendstilhäusern am Naschmarkt mit rund 10 Mitarbeiter*innen. Der Konkurs von LIBRO riss sie und ihre Firma mit, ein Privatkonkurs mit drastischen jahrelangen Folgen und Einschnitten war die Folge. Ihre Eltern hatten ein Gasthaus am Bisamberg (ich hoffe, ich erinnere mich richtig), als nach dem Tod ihres Vaters ihre Mutter an Krebs erkrankt war, begann sie bei täglichen Besuchen im Krankenhaus wieder zu stricken. Zu der Zeit unterrichtete sie am WIFI, verfasste Fachbücher über das Programmieren von Websites (die immer noch erhältlich sind) und stellte ein Video über Stricken ins Netz, das sie zunächst vergaß. Als sie nach Monaten nachschaute, bemerkte sie zu ihrem Erstaunen die große Anzahl von Aufrufen. Das war der Beginn von „nadelspiel – stricken und häkeln mit eliZZZa“ ihrer phänomenalen Website www.nadelspiel.com. Wesentlich dabei war, dass sie eine sehr clevere Methode erfunden hatte, Stricken zu demonstrieren: In ihren Videos sah man/frau nicht auf jemanden, der strickte, sondern direkt auf die Hände der Strickenden, sozusagen POV – Zusehen aus der persönlichen Perspektive. Dazu schnitt sie in größere, transparente IKEA-Aufbewahrungs-Boxen seitlich Bereiche frei, durch die sie die Hände stecken konnte und in den Boden der Box ein Loch, in dem sie die Videokamera befestigte, die also ins Innere der Box ragte und damit direkt die strickenden Hände aufzeichnen konnte (oft kopiert mittlerweile, darum verrate ich kein Betriebsgeheimnis). In Kombination mit ihrer sehr ruhigen, beruhigenden Stimme, die den Fortgang der Arbeit kommentierte, die Grundlage ihres Erfolges. 

Als Freunde und langjährige Nachbarn im 5. Stock des Werkstätten-Hofes haben wir miterlebt, wie stark sie mit und für ihr „Nadelspiel“ gelebt hat, wie tief sie mit ihren  zahlreichen „virtuellen“ Freundinnen und Freunden, mit ihren „Schäfchen“ verbunden war. Für uns war es unglaublich, wieviel Resonanz sie auslöste, ihre fast 2.000 Videos zu „Stricken & Häkeln mit eliZZZa“ wurden bisher in Summe rund 150 Millionen Mal aufgerufen, eine Zahl, die sie zu Recht stolz machte.

Oft aßen meine Studionachbarn und ich gemeinsam zu Mittag – immer wieder kam sie lachend zur Tür herein, mit einer Videokamera in der Hand oder einem Smartphone, verwickelte uns in Gespräche, und öfters fanden wir uns erstaunt in ihren Videos wieder. Ich selbst bin so unversehens zum „Co-Star“ ihres Introvideos für ihren eigenen youtube-Kanal (eliZZZa13) geworden mit ein paar hundertausend Aufrufen, und nur drei Tage vor ihrem Krankenhausaufenthalt bat sie mich, ein Video mit ihr aufzunehmen, in dem sie ein Geschenkspaket einer virtuellen Strickfreundin aus Kanada auspackte – das vermutlich letzte Video, das sie auf ihrer Website veröffentlichte. 

Neben „Nadelspiel“ betrieb Elisabeth eine sehr große Anzahl von Websites zu allen möglichen Themen, etwa zu Gärten, zu ihrer Leidenschaft für die TV-Serie „Columbo“ und auch eine sehr spezifische: auf www.crimeZZZ.net listete sie penibel Serial Killers und deren Opfer auf, eine Website, auf die auch – wie sie sagte – das FBI zugriff. Für die unzähligen Geschichten, die damit zusammenhängen, für ihre „Schneckenbars“, ihre wunderbaren „Makronen“ und vieles, vieles andere bleibt hier kein Platz mehr.

Danke von Herzen für alles, liebe Elisabeth!

 

In memory of Elisabeth Wetsch and ‘King Kenwood’s Last Appearance’ (phallocentrism at its finest!) Vienna | AT · 2009–2011 (© PP · # 3685 · www.ewigesarchiv.at) While searching for photos of people taking pictures of artworks in museums and exhibitions with their mobile phones – and sometimes of themselves with these very same artworks – with the aim of creating another borderline-genius tableau, I stumbled across a black-and-white photo showing my neighbour Elisabeth Wetsch, who sadly passed away four years ago and whom I still miss dearly. (lifetime wants to be wasted) I came across a black-and-white photo showing my neighbour Elisabeth Wetsch, who sadly passed away four years ago and whom I still miss dearly, holding one of my drawings from the ‘King Kenwood Series’ from 2009, which I had given her as a gift, entitled: „King Kenwood’s Last Appearance: Carambolwerfer + Cy Twombly Lemon (secret life of plants). 10 June 2009, oil pastel on grey rag paper (see top right). The reference to Cy Twombly refers to a Polaroid photo of a lemon by C. T.

My King Kenwood series were and are: phallocentrism at its best! When I saw the new Kenwood kitchen appliances in 2009 at my studio neighbour Stefan Liewehr’s, who specialises in food photography (I don’t like to use the term ‘food photography’ . . .), I was hooked: a hand blender like a HILTI hammer drill, carmine red, easy to grip, ultra-ergonomic design – a heavy appliance with several attachments and multiple speeds! It fits sooo well in your hand. Amazing. I begged to borrow these treasures (there is, of course, a universal mixer in the same design, but it’s less erotically charged) for a short time so that I could put them through a heavy-duty practical test under difficult drawing conditions. I was particularly interested in alternative drive types – e.g. with artichoke power and a bouquet of special attachments. There are a number of drawing variants. I remember buying the fantastic shark shirt (bottom left) in Mexico in the 1980s.

From my obituary for Elisabeth Wetsch dated 14 February 2021:

Elisabeth Wetsch (1956–2021), internet pioneer, YouTube queen, dear neighbour with a special interest in serial killers and their victims, and much, much more.

The few sentences that follow can only be tiny fragments and facets of a very complex personality and extraordinary woman. After many jobs, including costume jewellery maker and saleswoman on the Danube Island and tour guide (each with its own incredible, sometimes bizarre stories) in earlier years, she was one of the very first people in Austria to work in the IT sector. In the early 1990s, she designed and implemented a commercial website for LIBRO – at that time with an office in one of Otto Wagner’s Art Nouveau buildings on Naschmarkt with around 10 employees. The bankruptcy of LIBRO dragged her and her company down with it, resulting in personal bankruptcy with drastic consequences and cutbacks that lasted for years. Her parents had a guesthouse in Bisamberg (I hope I remember correctly), and when her mother fell ill with cancer after her father’s death, she began knitting again during her daily visits to the hospital. At the time, she was teaching at WIFI, writing specialist books on website programming (which are still available) and posted a video about knitting online, which she initially forgot about. When she checked back months later, she was astonished to see the large number of views. That was the beginning of ‘nadelspiel – knitting and crocheting with eliZZZa’, her phenomenal website www.nadelspiel.com. The key to her success was that she had invented a very clever method of demonstrating knitting: in her videos, you didn’t see someone knitting, but rather a close-up of their hands, a POV (point of view) shot, so to speak. To do this, she cut openings in the sides of large, transparent IKEA storage boxes so that she could put her hands through them, and she cut a hole in the bottom of the box to attach the video camera, which protruded into the inside of the box and could thus directly record the knitting hands (this has been copied many times since, so I’m not giving away any trade secrets). Combined with her very calm, soothing voice commenting on the progress of the work, this was the basis of her success.

As friends and long-time neighbours on the 5th floor of the Werkstätten-Hof, we witnessed how deeply she lived with and for her ‘knitting needles’, how deeply she was connected to her numerous “virtual” friends, her ‘little sheep’. It was incredible to us how much resonance she generated; her nearly 2,000 videos on ‘Knitting & Crocheting with eliZZZa’ have been viewed a total of around 150 million times to date, a number that rightly made her proud.

My studio neighbours and I often had lunch together – she would repeatedly come in laughing, with a video camera or smartphone in her hand, engage us in conversation, and we often found ourselves surprised to see ourselves in her videos. I myself unexpectedly became the ‘co-star’ of her intro video for her own YouTube channel (eliZZZa13) with a few hundred thousand views, and just three days before she was admitted to hospital, she asked me to record a video with her in which she unwrapped a gift package from a virtual knitting friend in Canada – probably the last video she posted on her website.

In addition to ‘Nadelspiel’, Elisabeth ran a large number of websites on all kinds of topics, such as gardening, her passion for the TV series ‘Columbo’ and also a very specific one: on www.crimeZZZ.net, she meticulously listed serial killers and their victims, a website that, as she said, even the FBI accessed. There is not enough space here to recount the countless stories associated with this, her ‘snail bars’, her wonderful ‘macaroons’ and much, much more.

Thank you from the bottom of our hearts for everything, dear Elisabeth!

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Elisabeth Wetsch und „King Kenwoods letzter Auftritt“ · Elisabeth Wetsch and ‘King Kenwood’s Last Performance’

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