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Die „Schmalzfabrik“ goes „Salzkammergut Lodge“

Die „Schmalzfabrik“ goes „Salzkammergut Lodge“

Die „Schmalzfabrik“ goes „Salzkammergut Lodge“ mit Self-Check-In in 18 Sprachen! Versuch einer Erinnerung an eine (Randgruppen-)Enklave an der Traun. Steinkogl | AT · 2009–2026 (© PP · # 3748 · www.ewigesarchiv.at) Ich behaupte zwar, ein Ewiges Archiv zu betreiben, in realiter schaut’s aber so aus, dass ich die Archiv-Schachtel, die ich mit „Ebensee“ bzw. „NS-Zeit-Ebensee“ beschriftet hatte, erst nach längerem Suchen gefunden habe. Darin die Broschüre „Industriegeschichte Ebensee“ mit einer Doppelseite über die „Schmalzfabrik“ (s. unten) in Steinkogl bei Ebensee – mitten im Wald, nahe am rechten Ufer der Traun gelegen. Die Kinder von der „Schmalzfabrik“ waren meine Mitschüler*innen in der zweiklassigen Volksschule in Langwies. Im Erdgeschoß die Schulstufen eins bis drei, unterrichtet von der Frau Lehrerin Baumgartner(?), im Obergeschoß die Schulstufen vier bis acht, unterrichtet vom Herrn Direktor Feuchtner. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich viel Kontakt hatte mit den „Kindern von der Schmalzfabrik“, die einen wesentlich längeren Fußweg in die Schule hatten als ich – keine Rede von Schulbus, ich denke auch nicht, dass sie mit dem Zug von Steinkogl bis Lahnstein gefahren waren. Was die Schmalzfabrik war, wie es dort ausschaute, wer dort lebte – das war mir unklar, klar war mir aber, dass es ein Ort war, der sich doch deutlich von meinen Lebensumständen unterschied. Die Fotos in den oberen und unteren Reihen der linken Seite entstanden im Oktober 2009, um etwa halb sieben Uhr früh bei einer Morgenwanderung, ein Fenster einer daneben liegenden Holzhütte war erleuchtet, darin eine Reihe von Vogelkäfigen der „Vogelfänger“, neben dem Gebäude kleine Gartenhütten mit umzäunten Sitzbereichen, diverse am Gelände verteilte Objekte. Im Jahr 2021 wurde das Dach abgerissen und es begann ein Umbau, 2023 tauchten Schilder auf, die auf eine „Salzkammergut Lodge“ hinwiesen, vor kurzem sah ich dann bei einem meiner Spaziergänge das Self-Check-In in 18 Sprachen. Was ist aus meinen Mitschüler*innen aus der „Schmalzfabrik“ geworden, wie ist ihr Leben verlaufen?

Schmalzsiederei

Nur kurze Zeit bestand die Schmalzsiederei von Ignaz Kern & Sohn in Ebensee. Bereits im September 1910 suchten die Besitzer um die Genehmigung einer „Betriebsanlage für die gewerbsmäßige Erzeugung von Kunstspeisefett in dem Hause Nr. 83 in Oberlangbath in Ebensee" an. Am 14. September 1910 fand die kommissionelle Verhandlung zur Betriebsgenehmigung statt. Im Bericht der Kommission wurde die Anlage beschrieben, eine Genehmigung allerdings aufgrund der umliegenden Häuser, dem starken Fremdenverkehr und der Geruchsbelästigung verweigert.

Ignaz und Gottlieb Kern suchten daraufhin nach einem geeigneten Bauplatz für eine Schmalzsiederei außerhalb von Ebensee. Nur zwei Monate später ließen sie bereits einen ersten Bauplan für einen Neubau einer Schmalzsiederei im Ortsteil Lahnstein in Ebensee anfertigen. Der Neubau mit Sud-, Schneide-, Pack- und Kühlraum sowie einem Magazin wurde am 16. April 1912 genehmigt und der Betrieb aufgenommen. Nach zwei Jahren Produktion kam bereits das Ende für den Betrieb. Im April 1914 berichtete der Bürgermeister von Ebensee an die Bezirkshauptmannschaft Gmunden, dass der Betrieb zwar nach wie vor aufrecht ist, allerdings nur in einem beschränkten Maß. „Zur gegenständlichen Fabrik an und für sich bemerkt der gefertigte Bürgermeister, dass die Firma Kern & Sohn gesprächsweise unumwunden zugibt, sich mit diesem Unternehmen vollkommen verspekuliert zu haben und wie eher je lieber die Fabrikobjekte an den Mann gebracht sehen möchte." Der Gewerbebetrieb wurde mit 14. Juli 1914 abgemeldet, die Gemeinde Ebensee kaufte das Areal um 17.000 Kronen und errichtete ein Heim für Obdachlose.

aus: Ebensee. Industriegeschichte und Arbeitswelten. Herausgeber: Verein Zeitgeschichte Museum und KZ-Gedenkstätte Ebensee, Festival der Regionen, 2015

The „Lard Factory“ becomes the „Salzkammergut Lodge“ with self-check-in in 18 languages! An attempt to remember a (marginalized) enclave on the Traun River. Steinkogl | AT · 2009–2026 (© PP · # 3748 · www.ewigesarchiv.at) Although I claim to run a perpetual archive, in reality, I only found the archive box I had labeled „Ebensee“ or „Nazi-Era Ebensee“ after a long search. Inside was the brochure „Industrial History of Ebensee“ with a double-page spread about the „Lard Factory“ (see below) in Steinkogl near Ebensee – located in the middle of the forest, close to the right bank of the Traun River. The children from the „Lard Factory“ were my classmates in the two-room elementary school in Langwies. On the ground floor were grades one through three, taught by Ms. Baumgartner (?), and on the upper floor were grades four through eight, taught by Mr. Feuchtner, the headmaster. I don’t recall having much contact with the „children from the lard factory,“ who had a considerably longer walk to school than I did—no school bus, and I don’t think they took the train from Steinkogl to Lahnstein. What the lard factory was, what it looked like, who lived there—all of that was unclear to me. What was clear, however, was that it was a place quite different from my own circumstances. The photos in the upper and lower rows on the left were taken in October 2009, around 6:30 a.m., during a morning hike. A window of an adjacent wooden hut was lit, revealing a row of birdcages belonging to the „bird catchers.“ Next to the building were small garden sheds with fenced seating areas, and various other objects were scattered around the grounds. In 2021, the roof was torn down and renovations began. In 2023, signs appeared advertising a „Salzkammergut Lodge,“ and recently, during one of my walks, I saw the self-check-in system in 18 languages. What became of my classmates from the „lard factory“? What did their lives turn out like?

Lard Refining
The lard refining plant of Ignaz Kern & Son in Ebensee only existed for a short time. As early as September 1910, the owners applied for a permit for a „plant for the commercial production of artificial cooking fat in house number 83 in Oberlangbath in Ebensee.“ On September 14, 1910, the commission hearing for the operating permit took place. The commission’s report described the plant, but a permit was denied due to the surrounding houses, the heavy tourist traffic, and the odor nuisance.

Ignaz and Gottlieb Kern then searched for a suitable building site for a lard rendering plant outside of Ebensee. Just two months later, they had already commissioned initial plans for a new lard rendering plant in the Lahnstein district of Ebensee. The new building, with a boiling room, cutting room, packing room, cooling room, and warehouse, was approved on April 16, 1912, and operations commenced. After two years of production, however, the business came to an end. In April 1914, the mayor of Ebensee reported to the Gmunden district administration that the plant was still operating, albeit on a limited scale. „Regarding the factory in question, the undersigned mayor notes that the firm Kern & Sohn readily admits in conversation that they have completely miscalculated with this venture and would much rather see the factory premises sold.“ The business was deregistered on July 14, 1914. The municipality of Ebensee purchased the property for 17,000 crowns and built a home for the homeless.

From: Ebensee. Industrial History and Working Worlds. Publisher: Verein Zeitgeschichte Museum und KZ-Gedenkstätte Ebensee, Festival der Regionen, 2015

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