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Das „Wehrmachts-Besteck“ in der Küchen-Schublade · The ‘Wehrmacht cutlery’ in the kitchen drawer

Das „Wehrmachts-Besteck“ in der Küchen-Schublade · The ‘Wehrmacht cutlery’ in the kitchen drawer

Das „Wehrmachts-Besteck“ in unserer Küchen-Schublade. France | FR; Langwies | AT · 1945–2025 (© PP · # 3667 · www.ewigesarchiv.at) Während der Weihnachts-Feiertage tauchte es plötzlich auf: Ein zusammengestecktes Metall-Besteck, bestehend aus Löffel, Gabel, einem Dosenöffner und Kapselheber, in dessen Metall-Futteral ein Messer. Auf der Unterseite der Gabel eingeprägt der „Reichsadler“ mit Hakenkreuz – das Symbol, DAS SYMBOL des „Deutschen Reiches“, des NS-Terror-Regimes. Das Besteck war offensichtlich ganz hinten in einer der Laden in der Küche gesteckt, ich hatte es nie vorher gesehen – ich, der Älteste in der Familie mittlerweile. Der 26-jährige, halb ironisch lachend, halb fragend: „Wo kommt denn DAS her?“ – noch irgendein Satz, an den ich mich nicht erinnere, später dann: „Waren das (meine/unsere Familie mütterlicherseits) jetzt NAZIS?“. Spontan habe ich mich natürlich geärgert – nach alldem, was ich über die NS-Zeit in Ebensee recherchiert hatte, nach den Videos, die ich dazu produziert hatte. Für mich war klar, dass meine Großeltern und meine Mutter absolut keine Nazis waren, wie meine Mutter im Video „Erna und Gerti erzählen“ (s. link) erzählte, war mein Großvater Johann Promberger „ein Schwarzer“, also ein „Christlich-Sozialer“, der bei der Radio-Ansprache vom damaligen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am Vorabend des Einmarsches deutscher Truppen im März 1938, die mit den Worten „Gott schütze Österreich“ schloss, in Tränen ausgebrochen war. Für mich war das also klar, aber spontan hatte ich auch keine Erklärung, woher dieses Besteck stammte. Außerdem: war das Vorhandensein eines Besteckes mit eingeprägtem Hakenkreuz ein Beleg dafür, dass jemand ein „Nazi“ war?

Kurz nachher allerdings fiel mir ein, woher das Besteck wohl gekommen war. Der Bruder meiner Mutter, Walter Promberger, geboren 1925, war zur Deutschen Wehrmacht eingezogen worden. Was meine Mutter erzählte hatte, war, dass ihr Bruder, als 20-jähriger in amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Frankreich (wo in Frankreich? Keine Ahnung, darum nur: „France | FR) und eine Mandoline gebaut hatte. Er hatte die dafür benötigten Saiten (a, b, was weiß ich denn) auf einen Zettel aufgeschrieben, der wurde gefunden, er wurde als Spion verdächtigt und zum Tode verurteilt, dann aber nicht hingerichtet. Mehr weiß ich dazu nicht. Meine Mutter meinte, dass ihn dieses Erlebnis so grundlegend erschüttert hat, dass das in späteren Jahren der Grund für seine Ängste und Depressionen war. Er war 1925 geboren worden, besuchte die HTL-Mödling, war dann Ingenieur bei der OKA (OÖ. Kraftwerks AG), er sei ein außerordentlich beliebter und lieber Mensch gewesen. Am 26. Februar 1957 schied er aus dem Leben. Ich war damals drei Jahre als und so unglaublich es klingen mag: ich kann mich an ihn als lieben Menschen erinnern, habe ein Bild in mir, das ihn im Wohn-Esszimmer meiner Großeltern, in dem ich geboren und aufgewachsen bin, beim gemeinsamen Mittagessen zeigt. Ganz deutlich.

Onkel Walters Mandoline, gebaut in amerikanischer Kriegsgefangenschaft

Auf den Stoffbändern der Mandoline ist eingestickt: „Lacht Dir ein Rosenmund Küss’ ihn zu jeder Stund!“ und „SERVUS DU ICH HATTE DICH SO LIEB!“ Über diese Mandoline hatte ich bereits ein Tableau zusammengestellt.

The ‘Wehrmacht cutlery’ in our kitchen drawer. France | FR; Langwies | AT · 1945–2025 (© PP · # 3667 · www.ewigesarchiv.at) It suddenly appeared during the Christmas holidays: A set of metal cutlery consisting of a spoon, fork, can opener and bottle opener, with a knife in its metal case. The ‘Reich eagle’ with swastika was engraved on the underside of the fork – the symbol, THE SYMBOL of the ‘German Reich’, the Nazi terror regime. The cutlery was obviously tucked away at the back of one of the drawers in the kitchen; I had never seen it before – me, now the eldest in the family. The 26-year-old, half laughing ironically, half asking: ‘Where did THAT come from?’ – then some other sentence I don’t remember, and later: ‘Were they (my/our family on my mother’s side) NAZIS?’ Spontaneously, of course, I was annoyed – after all I had researched about the Nazi era in Ebensee, after the videos I had produced on the subject. It was clear to me that my grandparents and my mother were absolutely not Nazis, as my mother recounted in the video ‘Erna and Gerti tell their story’ (see link), my grandfather Johann Promberger was ‘a Black’, i.e. a ‘Christian Socialist’, who had burst into tears during the radio address by the then Chancellor Kurt Schuschnigg on the eve of the invasion of German troops in March 1938, which ended with the words ‘God protect Austria’. So it was clear to me, but I had no immediate explanation for where this cutlery came from. Besides, was the presence of cutlery engraved with a swastika proof that someone was a ‘Nazi’?

Shortly afterwards, however, I remembered where the cutlery had probably come from. My mother’s brother, Walter Promberger, born in 1925, had been drafted into the German Wehrmacht. What my mother had told me was that her brother, as a 20-year-old American prisoner of war in France (where in France? I have no idea, so I’ll just say ‘France | FR’) and had built a mandolin. He had written down the strings he needed (a, b, what do I know) on a piece of paper, which was found. He was suspected of being a spy and sentenced to death, but was not executed. That’s all I know about it. My mother said that this experience shook him so deeply that it was the reason for his fears and depression in later years. He was born in 1925, attended HTL-Mödling, then worked as an engineer at OKA (OÖ. Kraftwerks AG), and was an extremely popular and kind person. He passed away on 26 February 1957. I was three years old at the time and, as incredible as it may sound, I remember him as a loving person. I have a clear image of him in my mind, sitting in my grandparents‘ living-dining room, where I was born and grew up, having lunch together.

Uncle Walter’s mandolin, built while he was an American prisoner of war

The fabric straps of the mandolin are embroidered with the words: ‘Laugh with a rose-coloured mouth, kiss him every hour!’ and ‘SERVUS DU ICH HATTE DICH SO LIEB!’ (Hello, I loved you so much!) I had already put together a tableau about this mandolin.

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Das „Wehrmachts-Besteck“ in der Küchen-Schublade · The ‘Wehrmacht cutlery’ in the kitchen drawer

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