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Bilder von Arnulf Rainer kaufen · Buying paintings by Arnulf Rainer

Bilder von Arnulf Rainer kaufen · Buying paintings by Arnulf Rainer

Bilder von Arnulf Rainer kaufen –  Bilder, die bei einem Einbruch nicht gestohlen wurden. Wien | AT · 1972–1985 (Sammlung Ewiges Archiv · # 3661 · www.ewigesarchiv.at) Wenige Tage nach seinem 96. Geburtstag ist der Künstler Arnulf Rainer in seinem Bauernhof im Innviertel in Oberösterreich verstorben. Seine Arbeiten haben mich seit den 1970-er Jahren interessiert, als ich nach Wien zum Studium kam, damals wurde viel über ihn geschrieben, er war einer der Künstler der Galerie nächst St. Stephan in Wien. Ich bin nicht mehr ganz sicher, welche der beiden hier zu einem Tableau zusammengestellten Arbeiten ich zuerst kaufte, aber ich kann mich an die genauen Umstände, beim rechten auch an den genauen Preis erinnern, den ich dafür bezahlte. 

Linke Seite: Arnulf Rainer, „Buddhas Erwachen“, 1972, 59 x 42 cm, Fotografie, aus der „Strumpfserie“, signiert rechts unten, nummeriert: 49/100. Ankauf Ender der 1980-er Jahre in der Kunsthandlung Zacke, 1010 Wien. Das gleiche Sujet, überarbeitet, ist in der Sammlung Tate Modern, London. Soweit ich mich erinnere, war die Arbeit nicht sehr teuer, ich denke, ich habe weniger als 1.000 Schillinge dafür bezahlt.  

Rechte Seite: Arnulf Rainer, o. T., 1985, Graphit und Farbstift auf Farb-Lithographie einer botanischen Darstellung, 35 x 24,8 cm. Ankauf bei einer Charity Versteigerung im Cafe Stein, um 33.000 Schillinge, Ende 1990-er Jahre; Provenienz: Bankhaus Bär.

33.000 Schillinge waren damals für mich eine Menge Geld, es war allerdings eine Zeit, in der ich mit meinem Studio, das damals in der Liechtensteinstraße im 9. Bezirk war, unweit vom Café Stein, eine Reihe von größeren Aufträgen hatte – zB arbeiteten wir für die Fa. Telekabel – und verhältnismäßig sehr gute verdiente. Trotzdem musste ich mir wohl einen Ruck gegeben haben – „Its now or never“ und es war eben eine Charity Auktion für einen guten Zweck (den ich leider vergessen habe). Ich schätze beide Arbeiten nach wie vor sehr, die begleiten mich jetzt schon rund 30 Jahre. In der Sammlung Ewiges Archiv befinden sich noch ein großformatiger Lichtdruck von Rainer und einige frühe Ausstellungsplakate.

Als im Jahr 2014 in mein Studio eingebrochen wurde, wurde  alles, was klein und möglicherweise teuer war, gestohlen – aber alle Bilder wurden dagelassen. Klar, warum sollten sie auch unhandliche „Kritzeleien“ in ihre Sporttaschen und Rucksäcke mitnehmen, diese Arschgeigen.

Es gibt noch einen peripheren Bezug von Arnulf Rainer zu Ebensee, dem Ort am Traunsee, in dem ich geboren wurde: Der Bruder von Arnulf Rainer, Dipl.-Ing. Dr. Helmut Rainer, war in den 1950er bis 1970er Jahren Leiter der Sodaproduktion der Dependance der belgischen Solvay Werke in Ebensee und später Direktor, dessen Sohn ist der profil-Herausgeber Christian Rainer.

Nachruf im profil:

Tod eines alten Meisters: In memoriam Arnulf Rainer, 1929–2025

Österreichs bedeutendster Künstler ist abgetreten: Am vergangenen Donnerstag starb Arnulf Rainer 96-jährig im Kreis seiner Familie.

Von Stefan Grissemann 21.12.25

Das fast schon biblische Alter, das er erreicht hatte, merkte man ihm nicht an. Am vergangenen Donnerstag, nur zehn Tage nach seinem 96. Geburtstag, starb Arnulf Rainer, Österreichs bedeutendster Maler, im Innviertel, wo er seit langem gelebt hatte, auf seinem Enzenkirchener Bauernhof, im Kreis seiner Familie, einen friedlichen Tod. Noch vor einem Monat habe er ihn auf dem Hof besucht, berichtet sein Neffe, der ehemalige profil-Herausgeber Christian Rainer; der Onkel habe geistig gewohnt fit gewirkt, nur körperlich sei er bereits müde gewesen.

Die Karriere des Arnulf Rainer, geboren 1929 in Baden bei Wien, begann früh: Als 17-Jähriger, kurz nach dem Krieg, erlebte der zeichnerisch Hochbegabte in Klagenfurt erstmals eine Ausstellung moderner Kunst aus Großbritannien – und war augenblicklich für die zeitgenössische Kunst entflammt. Wiens bedeutendste Kunstakademien ließ er schon nach wenigen Tagen hinter sich, zu gestrig muteten ihm die Lehrpläne und ästhetischen Ausrichtungen dort an. Der vom französischen Surrealismus Begeisterte gründete lieber – unter anderem mit Wolfgang Hollegha sowie den Phantastischen Realisten Ernst Fuchs und Arik Brauer – eine junge Wiener Künstlertruppe, die er „Hundsgruppe“ nannte.

An der Seite der zehn Jahre älteren Maria Lassnig unternahm er im Sommer 1951 eine Kunstreise nach Paris, um Paul Celan und den Surrealisten André Breton zu treffen; eher zufällig landeten Rainer und Lassnig in einer Ausstellung informeller Kunst, deren Radikalität sie begeisterte. Zurück in Wien habe Rainer sich in die Arbeit regelrecht gestürzt: „Er zeichnete tagelang im deformierten Untermietzimmer, ohne aus dem Bett aufzustehen“, erinnerte sich Lassnig an ihren damaligen Partner, „während die Zeichnungen immer schwärzer und schwärzer wurden.“

Im Umfeld des kunstsinnigen Priesters Otto Mauer und dessen 1954 gegründeter Galerie nächst St. Stephan wuchs der junge Arnulf Rainer zu einem Kraftzentrum der neuen österreichischen Malerei heran. Künstler wie Markus Prachensky und Josef Mikl oder der Kino-Avantgardist Peter Kubelka, der ihm 1960 einen heftig flackernden, nur aus Schwarz- und Weißphasen bestehenden Film widmete, waren enge Mitstreiter. Auch dem Wiener Aktionismus, der Body Art und der Art Brut fühlte sich Rainer verbunden. Experimente am eigenen Leib (und mit dem eigenen verzerrten Gesicht) führte er geradezu rauschhaft durch.

Der Gestus der Verweigerung lag Rainer nahe; er lehnte es in jungen Jahren ab, sich auszeichnen zu lassen, legte sich rotzig mit Kunstprofessoren und dem bürgerlichen Kulturbetrieb insgesamt an, bedachte Wiens Spießkunstbürger gern auch mit unflätigen öffentlichen Schimpftiraden. Mit seinen auf den ersten Blick destruktiv erscheinenden, tatsächlich aber kompositorisch raffinierten Übermalungen von Gemälden und Fotos war der streitbare Künstler schon in den frühen 1960er-Jahren Punk avant la lettre.

Nach international beachteten Auftritten bei der Kasseler Documenta 1977 und der Kunst-Biennale in Venedig 1978 ging es nur weiter aufwärts: 1989 richtete man für Arnulf Rainer im New Yorker Guggenheim Museum eine große Schau aus – die erste Einzelausstellung eines lebenden Österreichers dort. Heute besitzen die größten Kunstinstitutionen dieses Planeten Rainer-Werke: Die Londoner Tate Gallery hat ebenso wie das New Yorker Museum of Modern Art zahllose Rainer-Objekte in ihren Gegenwartskunstsammlungen.

Wenn man Arnulf Rainer als Kulturjournalist persönlich begegnete, war man stets mit einem sich eigenwillig inszenierenden, mit lakonischem Witz ausgestatteten Künstler konfrontiert, der aus jedem Interview ein kleines Spiel machte, aber letztlich gerne Auskunft gab. Zu besprechen gab es angesichts der Vieldeutigkeit seiner Werke jede Menge: Schließlich mischten sich in Rainers visuellen Existenzbefragungen auf ungeahnte Weise Nihilismus und Maximalismus. Im Arnulf-Rainer-Museum in Baden bei Wien gab man der Jubiläumsausstellung zum 95. Geburtstag des Meisters vor einem Jahr einen diesbezüglich sprechenden Titel: „Das Nichts gegen alles“. Kleinere Ansprüche kamen für Arnulf Rainer nicht in Frage.

Buying pictures by Arnulf Rainer – pictures that weren’t stolen during a burglary. Vienna | AT · 1972–1985 (Eternal Archive Collection · # 3661 · www.ewigesarchiv.at) A few days after his 96th birthday, the artist Arnulf Rainer passed away at his farm in the Innviertel region of Upper Austria. I’ve been interested in his work since the 1970s, when I came to Vienna to study. At that time, there was a lot written about him; he was one of the artists at the Galerie nächst St. Stephan in Vienna. I’m no longer entirely sure which of the two works shown here, arranged as a tableau, I bought first, but I can remember the exact circumstances, and for the one on the right, the exact price I paid.

Left side: Arnulf Rainer, „Buddha’s Awakening,“ 1972, 59 x 42 cm, photograph, from the „Stocking Series,“ signed lower right, numbered: 49/100. Purchased in the late 1980s from the Zacke art gallery, 1010 Vienna. The same subject, reworked, is in the collection of Tate Modern, London. As far as I remember, the work wasn’t very expensive; I think I paid less than 1,000 schillings for it.

Right side: Arnulf Rainer, Untitled, 1985, graphite and colored pencil on a color lithograph of a botanical illustration, 35 x 24.8 cm. Purchased at a charity auction at Café Stein for around 33,000 schillings in the late 1990s; provenance: Bankhaus Bär.

33,000 schillings was a lot of money for me at the time. However, it was a period when my studio, which was then located on Liechtensteinstrasse in the 9th district, not far from Café Stein, had a number of large commissions—for example, we worked for the company Telekabel—and I was earning relatively good money. Nevertheless, I must have taken the plunge – “It’s now or never,” and it was a charity auction for a good cause (which I unfortunately forgot). I still value both works very much; they’ve been with me for about 30 years now. The Eternal Archive collection also includes a large-format photogravure by Rainer and some early exhibition posters.

When my studio was broken into in 2014, everything small and potentially expensive was stolen – but all the paintings were left behind. Of course, why would they take unwieldy “scribbles” into their gym bags and backpacks, those jerks.

There’s also a peripheral connection between Arnulf Rainer and Ebensee, the town on Lake Traunsee where I was born: Arnulf Rainer’s brother, Dipl.-Ing. Dr. Helmut Rainer was head of soda production at the Ebensee branch of the Belgian Solvay Works from the 1950s to the 1970s and later director; his son is the profil publisher Christian Rainer.

Obituary in profil:
Death of an old master: In memoriam Arnulf Rainer, 1929–2025

https://www.profil.at/kultur/tod-eines-alten-meisters-in-memoriam-arnulf-rainer-1929-2025/403115775

Death of an old master: In memoriam Arnulf Rainer, 1929–2025
Austria’s most important artist has passed away: Arnulf Rainer died last Thursday at the age of 96, surrounded by his family.

By Stefan Grissemann. December 21, 2025
The almost biblical age he had reached was not apparent. Last Thursday, just ten days after his 96th birthday, Arnulf Rainer, Austria’s most important painter, died peacefully in the Innviertel region, where he had lived for many years, on his farm in Enzenkirchen, surrounded by his family. Just a month ago, he visited him at his farm, reports his nephew, former editor of the magazine profil, Christian Rainer; his uncle seemed mentally as sharp as ever, but physically he was already tired.

The career of Arnulf Rainer, born in 1929 in Baden near Vienna, began early: At the age of 17, shortly after the war, the highly gifted artist experienced an exhibition of modern art from Great Britain for the first time in Klagenfurt – and was instantly captivated by contemporary art. He left Vienna’s most prestigious art academies after only a few days; he found their curricula and aesthetic orientations too outdated. Enthralled by French Surrealism, he preferred to found a young Viennese artists‘ group, which he called the „Dog Group,“ together with, among others, Wolfgang Hollegha and the Fantastic Realists Ernst Fuchs and Arik Brauer.

 

 

 

 

… Alongside Maria Lassnig, ten years his senior, he embarked on an art trip to Paris in the summer of 1951 to meet Paul Celan and the Surrealist André Breton; Rainer and Lassnig stumbled upon an exhibition of informal art, whose radicalism captivated them. Back in Vienna, Rainer threw himself into his work with gusto: „He would draw for days on end in his cramped sublet room, without ever getting out of bed,“ Lassnig recalled of her partner at the time, „while the drawings became blacker and blacker.“

In the circle of the art-loving priest Otto Mauer and his gallery near St. Stephen’s Cathedral, founded in 1954, the young Arnulf Rainer grew into a driving force of the new Austrian painting movement. Artists such as Markus Prachensky and Josef Mikl, or the avant-garde filmmaker Peter Kubelka, who dedicated a vividly flickering film consisting solely of black and white to him in 1960, were close collaborators. Rainer also felt an affinity for Viennese Actionism, Body Art, and Art Brut. He conducted experiments on his own body (and with his own distorted face) with almost frenzied abandon.

The gesture of refusal came naturally to Rainer; in his youth, he refused to accept any accolades, brazenly clashed with art professors and the bourgeois cultural establishment as a whole, and frequently subjected Vienna’s philistine art world to scathing public tirades. With his seemingly destructive, but in reality compositionally sophisticated, overpaintings of paintings and photographs, the combative artist was already a punk avant la lettre in the early 1960s.

Following internationally acclaimed appearances at the Kassel Documenta in 1977 and the Venice Biennale in 1978, his career continued to climb: in 1989, the Guggenheim Museum in New York hosted a major exhibition of Arnulf Rainer’s work—the first solo exhibition of a living Austrian artist there. Today, the world’s leading art institutions own Rainer’s works: London’s Tate Gallery and the Museum of Modern Art in New York both have countless Rainer pieces in their contemporary art collections.

When a cultural journalist encountered Arnulf Rainer personally, they were always confronted with an artist who presented himself in a unique way, possessed a laconic wit, and turned every interview into a game, but ultimately was happy to answer questions. Given the ambiguity of his works, there was plenty to discuss: after all, Rainer’s visual explorations of existence blended nihilism and maximalism in unexpected ways. The Arnulf Rainer Museum in Baden near Vienna gave its anniversary exhibition for the master’s 95th birthday a year ago a fitting title: „Nothing against everything.“ For Arnulf Rainer, anything less was out of the question.

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Bilder von Arnulf Rainer kaufen · Buying paintings by Arnulf Rainer

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